Interessenvertreter und Autofahrerklubs laufen dagegen Sturm, doch ist eine Ablehnung oder zumindest Anpassung nach den bereits erfolgen Beschlüssen in Ministerrat und Umweltausschuss unwahrscheinlich. Als erstes Bundesland könnte die Steiermark im Herbst 2011 konkrete Fahrverbote für Fahrzeuge bis zur Abgasklasse Euro 4 erlassen. Dies würde allein in diesem Bundesland einen Wertverlust von insgesamt 70 Mio. € verursachen, rechnet man im Autohandel vor.
„Wenn das Gesetz in der jetzigen Fassung tatsächlich in Kraft tritt, verlieren nicht nur jene 800.000 alten Pkws schlagartig an Wert, die direkt von den Umweltzonen ausgesperrt werden“, warnt Hans Marcher, Geschäftsführer des ARBÖ Steiermark. „Es brächte auch einen gigantischen Wertverlust für alle anderen 3,5 Mio. Pkws, die in Österreich zugelassen sind. Wer wird sich in Zukunft schon einen Gebrauchten kaufen, wenn man nicht weiß, ob man damit überhaupt noch in Stadtzentren hineinfahren darf?“
Auch vom ÖAMTC kommt entschiedene Kritik. Der Klub verweist darauf, dass die Fahrverbote „auf einen Schlag“ rund 55 % des gesamten Autobestandes treffen würden. „Selbst manche Fahrzeuge, die mit Umweltprämie gekauft wurden, müsste man stehen lassen", kritisiert Chefjurist Mag. Andreas Achrainer. Ein nachweisbarer Umweltnutzen sei nicht vorhanden.
