„Der Shareholdervalue ist dem Konzern wichtiger als die ökologische Riesensauerei, die er angerichtet hat“, kritisiert Ernst Prost, geschäftsführender Gesellschafter des deutschen Schmierstoffherstellers, BP für sein Verhalten nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Weiters heißt es im Pressetext: „Genau so respektlos geht der Konzern mit seinen eigenen Mitarbeitern um: Hunderte von Stellen werden derzeit von Deutschland nach Ungarn verlagert. Um ein bisschen Lohnkosten zu sparen, werden die Mitarbeiter mitsamt ihren Familien einfach über Bord geworfen. Kennzahlen statt Anstand, Dividende statt Verantwortung – nein, mit solchen Leuten möchte ich keine Geschäfte machen.“
Neben einem Boykott der Aral-Tankstellen kündigt Prost an, dass „BP und all seine Tochterfirmen mit sofortiger Wirkung von unserer Zulieferliste gestrichen“ werden. Wir fragen jetzt nicht, wie viel – oder wenig? – Liqui Moly bisher dort eingekauft hat.
Stattdessen fragen wir, ob es diese moralische Entrüstung rechtfertigt, wenn man das Rohöl von Drittanbietern kauft, anstatt sich selbst im Fördergeschäft die Hände schmutzig zu machen. Ob dem deutschen Arbeiter oder dem amerikanischen Austernfischer durch diese Kampagne irgendwie geholfen wird? Ob man keinen Texter finden konnte, der etwas weniger aufdringlich aus der Tragödie sein Werbekapital schlägt?
Vor allem werden wir nachfragen, wenn ein Lieferant von Liqui Moly einen Tanker aufs Riff setzt oder eine Bohrinsel hochjagt. Denn sachliche Kritik, die zweifellos gerechtfertigt ist, sieht anders aus.



www.liqui-moly.de