Opel belohnt das Engagement der europäischen Vertriebspartner zum Erhalt des deutschen Autobauers mit einem Aufsichtsratsposten für Euroda-Chef Jaap Timmer. Weiß Europas oberster Händlervertreter, worauf er sich eingelassen hat mit seinen nunmehrigen Geheimhaltungsverpflichtungen gegenüber dem Werk?
General Motors in „Austria“ beteiligt sich indes an finanziell kriselnden Handelsbetrieben und fügt sich praktischerweise gleich neben ihrem Wiener Motorenwerk einen eigenen Vertriebsstandort hinzu. Keinen in Kontinentaleuropa regt der Paradigmenwechsel in Rüsselsheim auf. Geldsorgen setzen andere Prioritäten. Dabei wollten 2009 die Händler Opel im Falle einer Trennung vom Mutterkonzern General Motors noch mit bis zu 500 Mio. € unterstützen.
Beim genaueren Hinsehen auf diese „wunderbare“ Entwicklung relativiert sich rasch das Bild. Der 70-jährige Timmer müsste sich mit den Mächtigen im Konzern anlegen, mit GM-Boss Ed Whitacre in Detroit zum Beispiel, der selbst US-Präsident Barack Obama beim Autohersteller seine Grenzen offenbarte. Nun frei von „jeder politischen Einmischung und Bürgschaft“ werden die GM-Leute den Konzern auf jenes Minimum reduzieren, um damit ein Maximum zu verdienen.
Die Opel/Vauxhall-Händler können sich Widerstand kaum noch leisten. Im besten Fall wird künftig ein finanziell maroder Kandidat wie in Graz nun Salis & Braunstein von Opel übernommen. Die gekündigte Kfz-GVO fördert diese Entwicklung. Selbst der mächtigen AVAG-Gruppe von Timmers Euroda-Stellvertreter Albert Still sind finanziell Grenzen gesetzt. Still kann dann nur hoffen, dass Opel am Erhalt historisch gewachsener Standorte weiter interessiert bleibt.
Ob alle rd. 4.000 Opel/Vauxhall-Händler in Europa mit einem zum Feigenblatt degradierten Euroda-Chef mit seinen mittlerweile 25 Landesverbänden „glücklich“ über diese „gute und effiziente“ Entscheidung von Nick Reilly sind, wird sich zeigen.
