Letzte Woche Burkhard Ernst (l.) im Fahrzeughandel, diese Woche Friedrich Nagl in der Bundesinnung: Beide Spitzenpositionen tragen Namen, die sich die Kfz-Branche verdient. Jetzt ist Partnerschaft angesagt und es gilt, die besten Köpfe, die unsere Fahrzeugwirtschaft zu bieten hat, ins gemeinsame Boot zu holen. Reform in der Funktionärsarbeit ist angesagt.
Freilich setzt eine Reform voraus, den von EU-Kommissar Joaquin Almunia gesetzten Realzustand schonungslos zu diagnostizieren. Zunächst einmal muss die Fahrzeugwirtschaft erkennen, dass das alte Muster einer starken GVO, die die kleinen und armen Autobetriebe schützt, heute so nicht mehr zutrifft. Auf der einen Seite sind die Hersteller, die sich jetzt erst recht dem Kundenwohl zu fügen haben. Gleichzeitig steigen die Eigenbedürfnisse der an finanzieller Auszehrung leidenden Handels- und Servicebetriebe. Das führt zu einer Umschichtung der Kräfte.
Der Generationswechsel spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Bislang wurde vielfach das Verhältnis zwischen Herstellern und Kfz-Betrieben von Menschen getragen, die noch  von der Nachkriegsära geprägt waren. Die kulturellen und sprachlichen Gemeinsamkeiten machten ein instinktives Einvernehmen möglich, wie es die heutigen Nachfahren in einer angeblich globalen Welt nicht ohne Weiteres nachvollziehen können. In der jüngeren Generation wird die Kfz-Branche weniger als Teil des eigenen Lebens aufgefasst, als es bei Senioren der Fall ist.
Der Weg aus der Krise führt über Partnerschaft. Eine von Egoismus befreite Funktionärsarbeit kann im Konsens der Generationen der Fahrzeugwirtschaft unersetzliche Hilfe bei der Stärkung ihrer Ziele leisten. Auf beiden Seiten gibt es eine Reihe von Persönlichkeiten, die an einem derartigen Konsens-Programm teilnehmen möchten. Heute schon sind viele von ihnen auf eigene Faust um Partnerschaft bemüht, doch kann nur eine Gesamtstrategie das bestehende Potenzial angemessen erschließen. Das läge in unser aller Interesse: Vor dem Hintergrund geistiger Partnerschaft stiege auch das politische Verständnis für die Belange der Fahrzeugwirtschaft.
Nehmen wir an, dass sich Ernst, Nagl & Co. dazu bereit finden. Wenn es der gemeinsame Wille ist, ist es kein Märchen.