Der Chef des Bundesverbands Reifenhandel und Vulkanisierhandwerk sieht die Reifenmesse zum rechten Zeitpunkt gekommen und registriert eine positive Grundstimmung sowohl bei den Ausstellern als auch bei den Fachbesuchern.
„Abgerechnet wird jedoch am Jahresende und bis dahin werden wir vom Speck, der in den ersten 5 Monaten tatsächlich angesetzt wurde, zehren müssen“, sagt Hülzer.
Er nimmt die Sparwelle der Regierungen ernst, die in der Lage sind, rasch das Konsumklima negativ zu beeinflussen. „Geht es nach unten, werden weniger Reifen gekauft und sofort gibt der Preis nach“, warnt der Branchenvertreter vor zu viel Optimismus. Jedenfalls will Hülzer die Verkaufsprognosen nicht nach oben korrigieren, sondern den Herbststart abwarten: „Abgerechnet wird am Ende des Jahres!“
Tatsächlich rechnen Branchenkenner mit Stornos ihrer aus Vorsicht getätigten Überbuchungen. Internet-Plattform bedingte „virtuelle“ Reifenmengen werden, so vielfach geäußerte Befürchtungen, die beabsichtigten Preiserhöhungen rasch wieder auf das in der Branche herrschende Realmaß reduzieren. „Gelingt es nicht, die Preise anzuheben“, erläutert Hülzer, „wird es für alle Marktteilnehmer schwer, sich weiter auf gesunder Basis zu behaupten.“ An asiatischer Billigschwemme wird es nicht liegen, da der Heimmarkt diesen Anbietern alles abverlangt und es passieren kann, dass etablierte Lieferanten sich in Vernachlässigung europäischer Marktverhältnisse neuen Wachstumsregionen nähern. Erst dann werden wohl die Preise steigen und mit 3 bis 5 % zum Endkunden durchschlagen, lautet der Tenor der Stunde.
Klaus Reich, Messedirektor Essen, freut sich, eine zum Zeitpunkt erfolgversprechende Reifenshow abgeliefert zu haben, auf der sich gesunder Optimismus breit macht. Jedenfalls bekam er am Messestand des BRV laufend Lob von Ausstellern und Besuchern, die lautstark ihrer Freude über den Messeverlauf Ausdruck verliehen. Die Kritiker blieben in Essen in der Minderzahl.



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