Eine Unterschrift unter ein „Informationsersuchen“, die auf einen Versicherungsvertrag kopiert wird, sodass nachher eifrig Zahlungsaufforderungen ausgesandt werden können? Schadensabwicklungen, die so lange verzögert werden, bis den Autofahrern der Geduldsfaden reißt und sie selbst die Kosten übernehmen? Diese Methoden werden in zahllosen Online-Foren der deutschen Unternehmerin Sabine Schunk zur Last gelegt. Sie ist auch in Österreich keine Unbekannte: So war sie 2006 bei der Vienna Autoshow präsent, um ihre Anschluss- und Gebrauchtwagengarantien zu vermarkten.
Am 1.6. ist Schunk mit ihrer in Petersberg (D) ansässigen Pro-Car Garantien & Vertriebssysteme GmbH in Insolvenz geraten. Dem nahestehenden Unternehmen Garant 24 GmbH & Co. KG war bereits im Juni 2007 von der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht die Tätigkeit untersagt worden, da das Unternehmen nicht die rechtlichen Voraussetzungen für eine Versicherung erfüllt habe. Zuletzt behalf sich Schunk mit Additiven als „Vehikel“ für Garantieleistungen. In Österreich dürfte sie nur wenige Händler überzeugt haben, in Deutschland ist aber von einem nunmehr brach liegenden Bestand von über 10.000 Garantieverträgen die Rede.
Schunk selbst ist für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Bislang scheint sie aber durchaus erfolgreich Imagepflege betrieben zu haben: So war sie noch zu Jahresbeginn, als bereits andere Insolvenzverfahren in ihrem Umfeld anhängig waren, in einer Jury vertreten, die gemeinsam mit den renommierten Magazinen „Autohaus“ und „GW-Trends“ die besten GW-Plätze in Deutschland kürte.



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