Im Lichte der Renaissance standesgerechter Werte kann es nur als göttliche Fügung betrachtet werden, dass die Meisterwürde in der richtigen Handwerkerhand bleibt.
Zwei gestandene Mannsbilder, der amtierende Friedrich Nagl aus Niederösterreich mit der an Mitgliedern größten Landesinnung im Rücken und sein burgenländischer Herausforderer Josef Wiener mit der an Mitgliedern kleinsten Fraktion, zanken sich um das Amt des Bundesinnungsmeisters. So, als gäbe es in den Köpfen ihrer Mitglieder kein wichtigeres Thema.
Respekt erarbeitet man sich mit Taten und nicht mit Ankündigungen! Der Mängelkatalog künftig aus der Hand der Bundesinnung samt allem Drumherum, Herr Nagl, kam bisher nicht vom Fleck. Ihre Getreuen im Präsidium rissen sich allerdings auch nicht darum, dass wirklich etwas weiter ging. Wollen die, dass sich die Süddeutsche Verlag Gruppe über finanzielle Zuwendungen freut und die Innung weiter durch die Finger schaut?
Eine neue Bundesinnung aufbauen, Herr Wiener, wird sich zunächst an den Kammerstatuten zu orientieren haben. Oder signalisiert Ihre Ansicht von Partnerschaft mit der Bundesregierung, dem Versicherungsverband, der Fahrzeugindustrie, dem Fahrzeughandel und der Presse letztlich das Gegenteil von Erneuerungswillen.
Auf diesem Jahrmarkt der Eitelkeiten bleibt die Standesvertretung aktuellen Zuschnitts bei den maßgeblichen Mitgliedern unverkäuflich.