Bisher ist unser Eindruck doch sehr zwiespältig: Einerseits eine so einfache wie hervorragende Idee – vorgetragen von Shai Agassi, einer jungen und bereits charismatischen Persönlichkeit mit hohem Überzeugungspotenzial. Andererseits werden wir nicht ganz schlau aus dem Ganzen. Im weltweiten Top-Management finden sich ausnahmslos Israelis oder Leute, die in Israel studiert haben. Auch findet man dort nur IT- oder TK-Fachleute (inkl. der beiden Europastatthalter).
Verfolgt man die Historie seit Gründung, wurden viele gesteckte Ziele noch nicht erreicht. Diverse Dinge verschieben sich nach hinten, es wird aber an allen Ecken und Enden Hoffnung verbreitet. Dazu kommt, dass man nirgends Details findet. Es geht immer nur ums Große und Ganze, um die Rettung der Welt, um die Unabhängigkeit vom Öl usw.
Aber woher die Autos kommen (Händler oder Eigenvertrieb?), wer diese Autos finanziert (Herstellerbank, freie Bank, Sponsoring über Better Place?), wer sie versichert (besondere Polizzen?), wer sie repariert (eigenes Servicenetz, Vertragswerkstätten, Automobilclubs, wer darf an die Akkus?), wie das mit der Mobilität im Falle einer Panne läuft (Automobilclub, Assistancen, Better Place?), wo diese Art der Mobilität letztlich vertrieben wird (im Autohaus, im Internet, in eigenen Vertriebsshops?), wie die Zweitverwertung der Fahrzeuge aussieht (Gebrauchtwagenkonzept?), wie die Geschäfte in den Ländern gestaltet werden sollen (wer betreibt die jeweilige Landeszentrale, wer die Wechselstationen?), wie das bei Grenzübertritt mit dem Roaming (Kilometerleistungsabrechnung?) gehen soll usw.
Darauf findet sich nirgends eine Antwort. Und spätestens da kommen Zweifel an der Ernsthaftigkeit in uns auf. Gibt es überhaupt Konzepte? Wen kann man ansprechen, Kontaktdaten für die Europastatthalter sind nicht zu ermitteln. Das hat schon etwas Sektenartiges. Na ja, wir forschen da auch mal weiter. Better Place mit seinen annähernd 800 Mio. Dollar Risikokapital bleibt zumindest ein guter Platz für spannende Recherchen.



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