Als Grund führen die Lieferantenvertreter die Vorsicht des Reifenhandels an, Engpässe wie sie im Vorjahr passiert sind, zu vermeiden. Die in der letzten Saison geleerten Händlerlager sind wieder aufgefüllt. In Summe vermeldet die Industrie ein leicht zweistelliges Wachstum.
Der Hinausverkauf zum Endverbraucher reflektiert diese Entwicklung nicht in diesem Ausmaß: So lassen sich die Aussagen der Verkaufsleiter der den Markt bestimmenden Marken zusammenfassen. Vermutlich werden im Pkw-Sommerreifen-Geschäft zwischen 7 und 10 % Stückzahlzuwachs in die Bilanzen geschrieben. Die Erträge werden vorwiegend vom Wiederverkäufer lukriert und vielfach an den Kunden weitergegeben, beschreiben Lieferanten den weiterhin vorhandenen Marktdruck. Unbekannte Billigmarken verlieren weiter an Terrain.
Als Sieger im Rennen um Marktanteile betrachten sich alle Markenvertreter. Mit Sicherheit zählen Pirelli (ÖAMTC-Testsieger Cinturato), Continental nach der vom Wettbewerb als „aggressiv“ eingestuften Preislistenreform und mit allerbesten Votings der Mitbewerber Vredestein dazu, wie überhaupt Nischenmarken Lieferprobleme der etablierten Markengruppen für sich auszunutzen verstehen. Der Goodyear-Gruppe wird eine gewisse „Marktentfremdung“ zugeschrieben, obwohl deren Marktanteile steigen. Das gleiche Wertungsschicksal ereilt Bridgestone („Die Marke zum Drücken der Industriepreise ...“) und Michelin.
Am Ende des Jahres wird der Hinausverkauf im Vorjahresvergleich 5 bis 7 % Zuwachs verzeichnen, ist sich die Reifenbranche jetzt schon sicher.