Die Marke Lada, enorm populär als robuster Preisbrecher der 70er-und
80er-Jahre, ist im Sog der Renault-Nissan-Allianz auf bestem Weg,
wieder ihren Platz auf der Kaufliste preisbewusster Kunden zu
erobern.
Lange war nicht klar, ob Lada-Erzeugnisse nach der
Mehrheitsbeteiligung der Renault-Nissan-Allianz künftig noch in
Westeuropa vertrieben werden: Den Großteil des Lada-Volumens in
Westeuropa verkaufte die von Dieter Trzaska geführte, in Deutschland
und Österreich aktive Importgesellschaft Lada Automobil GmbH, die
seit Langem einen Standort in der Wiener Seitenhafenstraße hat.
Trzaskas Engagement und die EU-Kleinserienzulassung retteten den
Verkauf des in Österreich schon von ÖAF "Taiga" getauften,
unerbittlich geländegängigen Dauerläufers 4x4 (Niva 2121) in die Ära
der EU-Hyperreglementierung.
Marktfähige Autos zum günstigen Preis
Bo Andersson, der neue Boss bei OAO AvtoVAZ (wie der russische
Hersteller an der Wolga eigentlich heißt), handelt -auch mit einer
"Hire-and-Fire"-Personalstrategie - stets, um den Erfolg und den
Stolz der Mitarbeiter auf die Produkte des Autobauers aus Togliatti
zu steigern und ihn für die Wettbewerbsattacke chinesischer
Autohersteller wie Lifan fit zu machen. Dabei kann er sich
allerhöchster Unterstützung -von Wladimir Putin, Präsident der
Russischen Föderation -sicher sein. Immerhin konnte Andersson die
Auslastung des Werks auf rund 70 Prozent steigern, das seine
Produktionskapazität davor nur zur Hälfte ausnutzte. Und er machte
die Autos auch dank ständiger Vorstöße von Trzaska- wenn auch mit
dem Vorlauf, den Autowerke für Produktänderungen brauchen -in der EU
verkaufsfähig: Sie erfüllen auch zunehmend die
EU-Zulassungsvorschriften. Trzaska freut sich, dass das Werk nach
Produktionsengpässen die Modelle Granta und Kalina nun EU-konform
-und zu marktgerecht gesenktenPreisen -liefert. Die Fortsetzung soll
folgen. "2015 ist das Jahr von AvtoVAZ", sagt Andersson. Den nächsten
Schub soll dem Verkauf das Kürzel "XV" versetzen. Es bedeutet nicht
nur im Lateinischen 15, sondern steht auch für die beiden, Ende 2015
-bei uns 2016 -auf den Markt kommenden Modelle: dasSUV XRay und die
Kompaktlimousine Vesta, Nachfolger des Lada Priora.
Ungarn: Multimarkenhändler übernimmt Lada-Import
Im nächsten Schritt kümmert sich Andersson um den Verkauf: Während
einen Teil der Produktion -Renault, Nissan, Datsun -die Allianz
Renault-Nissan abnimmt, will er den Lada-Verkauf im russischen
Stammmarkt steigern und wieder Schwung in den Export bringen, auch in
Ländern, wo Lada in der Glanzzeit, politisch bedingt, automatisch
eine Marktmacht war: So wurde mit dem Budapester Multimarkenhändler
Duna Auto Zrt kürzlich ein neuer Importeur nominiert. Unklar ist nur,
welche weiter gültigen Importrechte der vormalige Importeur noch hat.