Lange war nicht klar, ob Lada-Erzeugnisse nach der Mehrheitsbeteiligung der Renault-Nissan-Allianz künftig noch in Westeuropa vertrieben werden: Den Großteil des Lada-Volumens in Westeuropa verkaufte die von Dieter Trzaska geführte, in Deutschland und Österreich aktive Importgesellschaft Lada Automobil GmbH, die seit Langem einen Standort in der Wiener Seitenhafenstraße hat. Trzaskas Engagement und die EU-Kleinserienzulassung retteten den Verkauf des in Österreich schon von ÖAF "Taiga" getauften, unerbittlich geländegängigen Dauerläufers 4x4 (Niva 2121) in die Ära der EU-Hyperreglementierung.

Marktfähige Autos zum günstigen Preis

Bo Andersson, der neue Boss bei OAO AvtoVAZ (wie der russische Hersteller an der Wolga eigentlich heißt), handelt -auch mit einer "Hire-and-Fire"-Personalstrategie - stets, um den Erfolg und den Stolz der Mitarbeiter auf die Produkte des Autobauers aus Togliatti zu steigern und ihn für die Wettbewerbsattacke chinesischer Autohersteller wie Lifan fit zu machen. Dabei kann er sich allerhöchster Unterstützung -von Wladimir Putin, Präsident der Russischen Föderation -sicher sein. Immerhin konnte Andersson die Auslastung des Werks auf rund 70 Prozent steigern, das seine Produktionskapazität davor nur zur Hälfte ausnutzte. Und er machte die Autos auch dank ständiger Vorstöße von Trzaska- wenn auch mit dem Vorlauf, den Autowerke für Produktänderungen brauchen -in der EU verkaufsfähig: Sie erfüllen auch zunehmend die EU-Zulassungsvorschriften. Trzaska freut sich, dass das Werk nach Produktionsengpässen die Modelle Granta und Kalina nun EU-konform -und zu marktgerecht gesenktenPreisen -liefert. Die Fortsetzung soll folgen. "2015 ist das Jahr von AvtoVAZ", sagt Andersson. Den nächsten Schub soll dem Verkauf das Kürzel "XV" versetzen. Es bedeutet nicht nur im Lateinischen 15, sondern steht auch für die beiden, Ende 2015 -bei uns 2016 -auf den Markt kommenden Modelle: dasSUV XRay und die Kompaktlimousine Vesta, Nachfolger des Lada Priora.

Ungarn: Multimarkenhändler übernimmt Lada-Import

Im nächsten Schritt kümmert sich Andersson um den Verkauf: Während einen Teil der Produktion -Renault, Nissan, Datsun -die Allianz Renault-Nissan abnimmt, will er den Lada-Verkauf im russischen Stammmarkt steigern und wieder Schwung in den Export bringen, auch in Ländern, wo Lada in der Glanzzeit, politisch bedingt, automatisch eine Marktmacht war: So wurde mit dem Budapester Multimarkenhändler Duna Auto Zrt kürzlich ein neuer Importeur nominiert. Unklar ist nur, welche weiter gültigen Importrechte der vormalige Importeur noch hat.