V. (BRV) ein sehr umfangreiches "Geschäftsmodell Zukunft" vom Beratungsunternehmen Roland Berger entwickeln lassen -eine sehr fundierte Ausführung.(Details dazu in "AUTO&Wirtschaft" 7/2015 sowie auf Seite 6 und 7 dieser Ausgabe). Doch bei allen guten Ideen wird es maximal zu einer Verdrängung am Markt kommen. "Ich habe ja nichts zu verschenken", gilt nicht nur für Niki Lauda, sondern auch für die Kfz-Branche. Der Kuchen "Kfz-Aftermarkt" wird nirgends größer. Die Autohäuser und Werkstätten kämpfen ebenfalls mit rückläufiger Auslastung, Kaufkraftrückgang und Margenverlust. Diese Betriebe lassen sich nicht gerne den Service-Kunden abspenstig machen. Im Gegenteil: Sie entdecken immer mehr den Reifen zur Ertragsunterstützung und Kundenbindung. Das Potenzial sehen natürlich auch die Reifenhersteller und Großhändler. Sie beliefern diese Betriebe direkt, vorbei am bisherigen Reifenhändler, der bislang die regionalen Kfz-Betriebe mit Gummis versorgt hat.

Umgekehrt dürfen die klassischen Reparatur-und Servicebetriebe den Reifenfachbetrieben nicht übel nehmen, dass sie die Flucht nach vorn antreten und Service-sowie Verschleißreparaturen durchführen. Das ist den einzelnen Umsätzen sowie den Margen der gesamten Branche abträglich, meist geht es um den Preis. Aber diese Entwicklung ist nicht mehr zurückzudrehen. Der Schuster bleibt nicht bei seinen Leisten, weil er davon nicht mehr leben kann.

Insgesamt entspricht diese Entwicklung dem Trend zu "Alles-aus-einer-Hand". Der Kunde fährt gerne zum Mobilitätsanbieter, bei dem gleich alles erledigt wird. Ist er mit der Betreuung zufrieden, dankt er das nach wir vor mit hoher Loyalität: Egal ob dem Autohaus, der freien Werkstätte oder dem Reifenfachhandel. Letztlich wird nicht das grundsätzliche Konzept über den Erfolg des Betriebes entscheiden, sondern die Kompetenz und der Umgang mit den Kunden. Hier muss jeder Betrieb selbst herausfinden, wo seine Stärken liegen, wie er sich in der Region positionieren kann. Kooperationen mit anderen Betrieben sind ebenso sinnvoll wie Einkaufsgemeinschaften, eventuell trifft das auch auf Konzepte und Franchise-Systeme zu. Auf externe Hilfe wie etwa die Unterstützung der Industrie darf sich freilich niemand verlassen.