Der Werkstattkunde ist treu, aber preissensibel. Er liebt den persönlichen Kontakt, erwartet aber digitale Prozesse. Und er spart. Oft wird nur noch das Nötigste repariert. Diese zentralen Erkenntnisse des DAT Reports 2026, basierend auf 4.666 befragten Pkw-Haltern, sind Themen, denen wir uns widmen sollten, so Nils Weber, Geschäftsführer DAT Austria. 

Autos werden älter, Werkstätten wichtiger

Ein weiterer Trend: Fahrzeuge werden robuster und länger behalten. Gleichzeitig steigen Wartungs- und Reparaturkosten deutlich. Reparaturen werden also seltener, aber wenn sie anfallen, sind sie kostspielig. Das führt dazu, dass fast 60 Prozent der Kunden ihr Verhalten geändert haben. Die häufigste Reaktion: „Ich lasse nur noch das Nötigste machen“. Rund 33 Prozent setzen vermehrt auf Do-it-yourself, etwa 26 Prozent suchen günstigere Werkstätten.

In diesem Kontext können sich 59 Prozent vorstellen, funktionstüchtige gebrauchte Ersatzteile verbauen zu lassen. Das eröffnet, insbesondere mit Blick auf kommende EU-Vorgaben, neue Geschäftsmodelle.

Treu, aber wachsam

Eine gute Nachricht: 90 Prozent der Kunden bleiben ihrer Werkstatt treu. Am zufriedensten sind sie mit der Qualität der Arbeit und der Zuverlässigkeit, am unzufriedensten mit Zusatzleistungen und dem Preis-Leistungs-Verhältnis. Beim genaueren Blick auf Markenwerkstätten zeigt sich: Viele sehen Optimierungspotenzial, im Besonderen kürzere, schnellere Verfügbarkeit von Serviceterminen.

Digitalisierung gewünscht, aber mit Mensch

Der Kunde tickt hybrid. Telefon ist weiterhin der wichtigste Kontaktkanal. Gleichzeitig wären 50 Prozent bereit, verbindliche Werkstatttermine vollständig digital zu buchen.

Entscheidend ist: Digitalisierung ja, aber nicht statt persönlicher Betreuung. Der Kunde will digitale Effizienz in der Terminvereinbarung, aber menschliche Kompetenz bei Beratung und Problemlösung. „Selbst wenn wir digitale Prozesse wollen, ist nach wie vor stark der Wunsch nach persönlicher Betreuung vorhanden.“

Spannend wird, wie stark sich diese Trends in Österreich konkret zeigen. 2027 wissen wir mehr: Dann erscheint der DAT Report erstmals mit österreichischer Datengrundlage.