Nur Ihre Marke ist bisher dreimal in den „grünen Bereich“ vorgedrungen, auch wenn es heuer mit einer Bewertung von 8,02 noch knapper war als im Vorjahr (8,05). Wie kommt diese konstant hohe Bewertung zustande?
Timo Sommerauer: Wir sind gekommen, um zu bleiben (lacht). Ich bin sehr froh, dass uns das trotz des schwierigen Umfelds gelungen ist. Bei Seat war sicher die 10-Jahres-Garantie verantwortlich, die übrigens in allen Seat-Ländern einzigartig ist. Seat hat genau das gebraucht, um ein Zeichen für die Kunden zu setzen, das heißt: Bei Seat gibt es 10 Jahre Garantie und Teileversorgung. Und die Händler brauchen die Autos in der Werkstätte, dass sie in der Folge vom Servicegeschäft leben. Österreich ist neben Spanien das einzige Land, wo die Anteile von Seat nicht auf 1,2 bis maximal 2,0 Prozent abgestürzt sind. Bei uns sind es fast 5 Prozent.
Was sind bei Cupra die Gründe für diese gute Benotung?
Sommerauer: Cupra zählt innerhalb der Porsche Austria auf Handelsseite zu den ertragreichsten Marken, dies motiviert unsere Händler natürlich. Dies auch dank der Cupra Agentur.
Doch die Agentur ist bald Geschichte …
Sommerauer: Ja, ab 1. Jänner 2027 gehen wir mit Cupra in ein ganz normales Handelssystem. Wir haben zusammen mit dem Handel ein zukünftiges Handelssystem entwickelt, wo ich überzeugt bin, dass wir gemeinsam diesen ertragreichen Weg fortsetzen können und dies ist nun mal essenziell für unsere Partner und uns.
Für die kommenden 12 Monate erwarten 36 Prozent der Händler eine Verbesserung, 20 Prozent niedrigere Ergebnisse.
Sommerauer: Bei Cupra wird es erfolgreich weitergehen, vor allem beim Raval und beim Born. Der eine zieht im Großteil Privatkunden an, der größere die Firmen. Allerdings ist der Verbrennermarkt seit Juli unter Druck, was wir auch bei Seat merken. Aber wir sind Segmentführer beim Ibiza und haben mit dem Arona ein unschlagbares SUV auf dem Markt. Der Leon geht in Richtung jener Flotten, die beim Verbrenner bleiben wollen, auch wenn es sich immer mehr Richtung Elektro dreht.
Bester unter 26 Marken ist Seat/Cupra bei der Unterstützung des Gebrauchtwagen-Verkaufs durch den Importeur.
Sommerauer: Zusammen mit dem Handel und der Porsche Bank sind wir hier gut aufgestellt. Wir haben heuer ein eigenes System aufgestellt, wie wir bei Gebrauchtwagen richtig eingreifen, ohne zu viele Gebrauchtwagen zu produzieren. Bei Seat muss ja man auf den Gebrauchtwagen-Seiten stark vertreten sein.
Das beste Ergebnis innerhalb der Gruppe gibt es unter anderem bei der Werbung und Verkaufsförderung durch den Importeur. Was sind die Gründe dafür?
Sommerauer: Ich denke, dass hier die zentrale Unterstützung bei Cupra gut ankam und bei Seat sicherlich eine für Österreich eigens produzierte Kampagne mit Musik von Pizzera
und Jaus.
Ist die Lieferfähigkeit und Liefertreue des Importeurs für Neuwagen heuer besser als in den vergangenen Jahren?
Sommerauer: Es gibt kein Auto, auf das man lange warten muss. Auch beim Cupra Raval haben wir uns gut bevorratet.
Es gibt einen einzigen Bereich, wo Seat/Cupra unterdurchschnittlich abschneidet, nämlich bei der Zukunftsfähigkeit der Importeurmarke. Verstehen Sie die Sorgen der Händler?
Sommerauer: Cupra ist eine der attraktivsten Marken am Markt. Man muss sich nur die Schauräume der Händler ansehen, die maximal 3 ½ Jahre alt und wo bis auf 4 Partner alle fertig sind. Bei Seat hat es wieder Pressemeldungen über ein Aus gegeben. Doch bis heute ist nichts entschieden. Seat hat extrem viel Potenzial und es ist bestätigt, dass es alle Modelle länger als bis 2030 geben wird. Zum Beispiel kommen 2027 Mild-Hybrid-Versionen beim Ibiza und Arona. Ob es ein eigenständiges Elektroauto für Seat geben wird, ist noch nicht entschieden. Aber wir kämpfen in Österreich jeden Tag für die Marke Seat!
