Unsere Arbeit als Fachjournalisten hat sich in den vergangenen Jahren nicht nur hinsichtlich der Mediennutzung, sondern auch inhaltlich stark verändert. Mit dem Thema Elektromobilität ist ein umfassender neuer Bereich dazugekommen, Wörter wie V2G, LFP-Akku, CPO, SoH oder DC-Laden gehören heute zu unserem täglichen Sprach- und Schreibgebrauch.

Ein Beispiel für diese Veränderung sind auch Veranstaltungen, die wir besuchen. So standen heuer im September – neben vielen klassischen „Auto“-Terminen – die eMOKON, der Spezialtag Ladeinfrastruktur (von imh) oder die Elektromobilitätstage 2025 von Oesterreichs Energie in unserem Kalender.

Und es hätte noch einige mehr gegeben, die wir nicht geschafft haben. Die Autobranche sieht man bei solchen Events übrigens wenig bis gar nicht. 

Abgesehen von sehr interessanten Vorträgen zu Entwicklungen und Lösungen sowie dem Austausch mit Menschen, welche die Chancen der Elektromobilität erkannt haben, sind dort auch viele Anbieter für diesen Bereich zu finden. Zum Teil sind es Start-ups, zum Teil sind es große Player, die nun auch in diesem Bereich aktiv sind. Sie alle suchen den Zugang zum neuen Kunden und zum wachsenden Markt: teilweise direkt, teilweise über bestehende Kanäle, etwa den Elektriker, aber auch über neue Kanäle wie den Autohandel. 

Diese Lösungs-Anbieter für die E-Mobilität trifft man deshalb auch bei der "Alles für den Gast" für die Hotellerie und Gastronomie oder bei der "ennovation" für Elektriker. Denn die Vertriebskanäle sind noch nicht fixiert.

Das führt auch dazu, dass Lebensmittel-Discounter Hofer diese Woche nicht nur eine Wallbox, sondern auch ein Cable-Sherpa-System (eine innovative, österreichische Lösung für die Befestigung des Ladekabels in Garagen oder Werkstätten) im Angebot hat.

Dabei sollten solche Lösungen doch gleich mit dem Auto verkauft werden, genauso wie die Wallbox und ein intelligentes Ladekabel. Das gern vorgeschobene Argument, dass der Kunde Ladelösungen lieber beim Elektriker kauft, trifft schließlich beim Hofer-Fall auch nicht zu. Warum also nicht als Autohaus gleich selber verkaufen (oder vermitteln) und den regionalen Elektriker als Kooperationspartner mit ins Boot nehmen?

Gefühlt spielt das Thema Elektromobilität bzw. das begleitende Öko-System in einigen Branchen eine deutlich größere Rolle als im Autohaus. Dabei sollte die individuelle Mobilität Kernkompetenz im Kfz-Betrieb sein, selbst wenn es durch die Sektorenkopplung viele Anbieter und Gewerke braucht.

Spätestens wenn bidirektionales Laden und in weiterer Folge V2G fixer Bestandteil der Elektro-Mobilität sind, muss das Autohaus hier punkten können.

Über die entsprechende Kompetenz zu verfügen und dem Kunden Auskunft geben zu können, ist Voraussetzung. Dem Kunden Lösungen zu empfehlen und zu vermitteln, schafft Sicherheit und Kundenbindung. Und damit – über Provisionen oder den aktiven Verkauf – Geld zu verdienen, wird für eine erfolgreiche Zukunft unerlässlich sein.

Wir widmen uns dem Thema übrigens intensiv: etwa mit der Sonderausgabe „Willkommen im E-Autohaus“ (Online-Special oder Blätter-PDF) oder in unserem neuen, gerade erschienenen Special „E-AUTO & Wirtschaft“ (Online-Special oder Blätter-PDF)