In Relation zu anderen Finanzierungsformen steigt die Leasingquote weiter. „Leasing ist die beliebteste Finanzierungsform für Unternehmen wie für Konsumenten und wird noch stärker genutzt, wenn die Anschaffung teurer wird“, berichtet Dipl.-Ing. Renato Eggner, Leiter Fuhrparkmanagement-Ausschuss beim Leasingverband und Managing Director Raiffeisen-Leasing Fuhrparkmanagement. So liegt die Leasingquote insgesamt bei etwa 50 Prozent, bei Firmen sogar über 70 Prozent, Tendenz steigend.
Rückgang der Restwerte Richtung Vor-Corona-Niveau
„Wir verzeichnen deutliche Rückgänge bei den Restwerten, im vergangenen Jahr etwa 2 bis 3 Prozent quer über alle Antriebsarten“, so Eggner. Dabei spricht Eggner von einer Normalisierung in Relation zum Vor-Corona-Niveau: „Wir hatten in den vergangenen Jahren eine Ausnahmesituation, die Preise waren deutlich höher als vor Corona. Daher gab es nun signifikante Rückgänge.“
Vergleicht man die Antriebe, haben sich die vollelektrischen Modelle auf einem niedrigeren Niveau stabilisiert. „Im zweiten Halbjahr haben allerdings die Verbrenner verloren, E-Autos waren konstant“, analysiert Eggner. Das Nachfrageverhalten vom Neuwagen zeichnet sich zeitverzögert auch beim GW ab.
Dabei ist die Entwicklung beim vollelektrischen Fahrzeug differenziert zu sehen. „Größere und teurere E-Autos verlieren stärker an Wert, kompakte Modelle sind relativ konstant“, so Eggner. Der Trend wird sich fortsetzen, da attraktivere und günstigere Neufahrzeug auf den Markt kommen, die teurere Gebrauchtwagen konkurrenzieren.
„Der entscheidende Effekt ist die Entwicklung der Neuwagenpreise“, so Eggner, der etwa an Preisreduktionen bei Tesla erinnert. Für den Konsumenten ist dabei nicht der Preisverfall des Neuwagens oder die Restwertentwicklung relevant, sondern der absolute Kaufpreis. Man kann also für ein gebrauchtes E-Auto nicht mehr erzielen als für einen vergleichbaren Verbrenner. Bei Raiffeisen-Leasing Fuhrparkmanagement liegt der Anteil rein elektrischer Neufahrzeuge mittlerweile bei 62 Prozent.
Probleme in der Vermarktung der Rückläufer sieht Eggner nicht: „Die Händler waren anfangs zurückhaltend, mittlerweile sind sie auf den Zug aufgesprungen und arbeiten mit realistischen Preiseinschätzungen.“ Dabei handelt es sich zu 95 Prozent um freie Händler. „Markenbetriebe lassen aus meiner Sicht dieses Geschäft noch liegen.“
