In Zeiten des Fachkräftemangels wird viel über Digitalisierung und Automatisierung gesprochen, weil durch sie die vorhandenen Arbeitskräfte für ihre zentralen Aufgaben freigespielt werden. Aber moderne Tools können in der Werkstatt noch an weiteren Punkten für nachhaltige Verbesserungen und mehr Erträge sorgen, wie Florian Andrä von Würth auf der Bühne des A&W WERKSTATT-FORUMs ausführte.
Die digitale Zustands- und Schadenerfassung beispielsweise eröffnet bei der Annahme, die ein besonders neuralgischer Punkt der „Kundenreise“ in der Werkstatt ist, viele Potenziale. „Die Systeme unterstützen den Mitarbeiter bei der Fahrzeug-Annahme. Und der Annahmeprozess entscheidet über Effizienz und Ertrag. Digitale Systeme dokumentieren Schäden und Zustände objektiv“, führte Andrä aus. „Diese objektive Erfassung des Fahrzeugzustands schafft einerseits Vertrauen beim Kunden, gibt aber auch Gelegenheit, auf sämtliche Mängel und das Potenzial für Werterhalt hinzuweisen – was wiederum als Up- und Cross-Selling den Ertrag steigern kann.“
Dass übersehene bzw. nicht angesprochene Mängel bei der Annahme durchaus brachliegendes Ertragspotenzial böten, bestätige eine Studie des ÖAMTC. Ihr zufolge sei beispielsweise eine verstellte Achs-Geometrie ein sehr häufiger Fehler, der in vielen Werkstätten nicht gesehen werde.
Mitarbeiter mit digitalem Support
Schon Einstiegslösungen machen potenzielle Aufträge in Sachen Reifen oder Achse sofort sichtbar, wie Andrä ausführte. Die technischen Möglichkeiten reichen heute aber auch bis zu Vollsystemen, welche den gesamten Fahrzeugzustand automatisiert erheben und dokumentieren. Verfügt der Betrieb über diese Daten, kann er damit in Zukunft gezielt den Kunden ansprechen, was zu tun wäre.
In seinem Vortrag zeigte Andrä schlüssig auf, wie ein Investment in die digitale Zustandserfassung systematisch die Produktivität im Werkstattbetrieb steigern kann. „Potenziale werden systematisch erkannt, Serviceberater arbeiten datenbasiert, und Standardtätigkeiten werden automatisiert. Das lässt Ihren Mitarbeitern mehr Zeit für Kundeninteraktion“, führte er aus. Denn letztlich entscheide nicht das Produkt über den Erfolg im Betrieb – sondern die Kundenreise.
