Dass Krisen auch immer Chancen sind, ist nicht neu. Allerdings vergisst man diese Binsenweisheit gern, wenn man mitten in einer Krise steckt oder sich mit Herausforderungen der Transformation herumschlägt.  

Die Branche daran zu erinnern, standen auf der Bühne des WERKSTATT-FORUMS drei Top-Branchen-kenner, um über die „Werkstatt der Zukunft – Zukunft der Werkstatt“ zu diskutieren. 

„Disruption ist eine große Chance, sich vom Mitbewerb abzusetzen“, sagte etwa Franz Lettner, Geschäftsführer von Birner, der betonte, dass künftiger Erfolg auch auf Partnerschaften beruhe. Er sei sicher, dass Handwerk weiter goldenen Boden habe, auch wenn es durch KI unterstützt werde. Lettner glaubt auch nicht, dass sich die Kfz-Branche gegen Veränderung prinzipiell wehrt. „Die Angst vor der Veränderung kommt oft daher, dass ich nicht weiß, wo ich investieren muss.“

Autos werden weiter repariert werden

Betriebe müssten sich fragen, wo sie bei den großen Transformationsthemen stehen und ob sie für das Geschäft der Zukunft bereit seien, betonte Helmut Stuphann, Leitung Mobility Aftermarket bei Bosch Österreich. „Wir sehen, dass mehr Kilometer gefahren werden, auch autonomes Fahren wird diesen Trend eher verstärken. Die Fahrzeuge sind teuer und werden deshalb auch repariert werden – also wird es weiterhin Werkstätten geben, auch wenn die „low hanging fruits“ wie Ölwechsel oder Bremsentausch weniger werden.“

Sven Sauer, Messedirektor AutoZum, beleuchtete das Thema Digitalisierung aus dem Blickwinkel des Messe-Veranstalters. „Vor ein paar Jahren meinte man in unserer Branche noch, das Internet wird echte Messen ablösen. Heute sehen wir, dass digitale Tools unsere Arbeit flankieren, ohne dass der persönliche Kontakt deswegen verschwindet.“