In den beiden vergangenen Jahren war Mitsubishi jeweils Zweiter in der Gesamtwertung, heuer holt sich Ihre Marke nach 2022 und 2023 (damals ex aequo mit Seat/Cupra) wieder den Gesamtsieg. Haben Sie damit gerechnet?

Heimo Egger: Der Anruf war für mich eine große positive Überraschung! Für uns als kleine Marke ist es absolut nicht selbstverständlich, dass man die Gesamtwertung gewinnt. Ein herzliches Dankeschön an die Händler für die Bewertung und für das Vertrauen! Und auch ein Dank an die Mitarbeiter, die tagein/tagaus für die Sache kämpfen. Aber bei aller Freude gibt es auch einige Bereiche mit Verbesserungspotenzial. Der Sieg ist also zugleich ein Ansporn für uns!

Die Bewertung liegt heuer bei 8,20. Das ist eine weitere Steigerung zu den Jahren 2025 (7,90) und 2024 (7,86). Was sind die Gründe für diese Verbesserung?

Egger: Ich kann das sehr schwer beurteilen, weil ich erst seit einem Jahr Geschäftsführer bin. Aber die gute Arbeit mit den Händlern ist schon über Jahre gewachsen. Es gibt gewisse Dinge, die man im Laufe eines Jahres ändert, wie wir das zum Beispiel bei der Anpassung der Verkaufsförderung gemacht haben. Mir ist wichtig, dass die Basics stimmen, und das funktioniert: schnelle Entscheidungen treffen, wenn es ein Problem gibt, und möglichst unbürokratisch handeln. Aber auch die Einfachheit von Systemen und Prozessen.

Bei den Detailergebnissen steht Mitsubishi nicht überall vorne: Zum Beispiel gibt es bei der Entwicklung der Verkaufszahlen für Neuwagen nur Platz 20, hier erwarten 20 Prozent in den kommenden 12 Monaten eine Verbesserung, aber 33 Prozent niedrigere Ergebnisse. Ist das nachvollziehbar?

Egger: Das kann ich verstehen und nachvollziehen, und es gibt einen relativ einfachen Grund: Die Händler wissen, dass wir 2027 keine komplette Modellneuheit haben werden. Und sie spüren natürlich, dass immer mehr Marken, großteils aus China, auf den Markt drängen. Doch wir werden versuchen, mit der bestehenden Modellpalette das Maximum herauszuholen.

Bei den Benchmarks ist Mitsubishi hinter BYD mit 7 Erfolgen ganz knapp auf Rang 2. Die beste Note unter allen 26 Herstellern gibt es zum Beispiel für die Lieferfähigkeit und Liefertreue des Importeurs für Neuwagen. Wie läuft das ab?

Egger: Die Prozesse vom Werk beginnend bis zu unserem Lager in Slowenien und die Auslieferung an die Händler sind etabliert: Ein relativ großer Anteil der Fahrzeuge kommt direkt aus dem Werk nach Slowenien und der in Japan gebaute Outlander nach Antwerpen. Wir haben erfahrene Mitarbeiter, die die Prozesse gut verstehen und versuchen, sie weiter zu verbessern.

Wie erfolgt die Garantie- und Gewährleistungsabwicklung bei Neuwagen? Denn auch hier gibt es Platz 1 …

Egger: Hier sind die richtigen Mitarbeiter ganz wichtig. Wir wurden in diesem Bereich vor einigen Wochen von Mitsubishi Europe ausgezeichnet und erhielten Platz 1 unter allen europäischen Importeuren. Nicht zum ersten Mal übrigens.

Eine besonders schöne Bestnote ist vermutlich der Bereich Fairness des Importeurs im Umgang mit den Händlern, oder?

Egger: Wir führen einen Dialog auf Augenhöhe. Das heißt aber nicht, dass man immer einer Meinung ist. Wichtig ist, wie man versucht, eine Lösung zu finden. Manche Sachen gefallen dem Händler vielleicht nicht, aber er spürt, dass es transparent ist. Natürlich versuchen wir, den Kontakt zu halten. Es geht nur gemeinsam. Wenn du bei den Händlern bist, nimmst du immer etwas mit. Gute Sachen, aber auch solche, die nicht so gut funktionieren. Das ist dann die Basis, um weiterzuarbeiten.

Unterdurchschnittlich schlecht sieht es aber bei der Attraktivität von Marke und Fahrzeugen aus. Was sagen Sie dazu?

Egger: Keine Frage, dieses Thema muss man ernst nehmen. Ich denke, dass wir unser Angebot in Zukunft erweitern müssen. Wie beim Outlander, der aus Japan kommt und die Kern-DNA der Marke transportiert. Der Hersteller arbeitet intensiv daran, speziell für Europa eigenständigere Modelle aus Japan zu entwickeln und einzuführen.