Man muss nicht immer das allerneueste Auto kaufen. Manchmal reicht es auch, wenn man die zweite Generation eines Modells mit der ersten vergleicht. Einfacher wird es, wenn bereits der Vorgänger Maßstäbe gesetzt hat. Wir nennen jetzt bewusst weder Marke noch Modell, sondern nur die Tatsache, dass das Fahrzeug seit seinem Debüt vor 5 Jahren über die 800-Volt-Technologie verfügt.
Schnelles Laden war mit diesem Auto schon immer möglich, und ich habe die Ladezeiten an den Ionity-Säulen auch in den vergangenen vier Jahren immer wieder mit den Fahrzeugen nebenan verglichen. Nur ganz wenige Fahrzeuge, allesamt aus der Premiumklasse, waren schneller.
Jetzt kann ich das Fahrzeug nach der Modellpflege als Firmenauto nutzen und habe den direkten Vergleich: Die Batteriegröße ist um knapp 10 Prozent gewachsen, was auf manchen Strecken über 300 Kilometern entscheidend sein kann, ob man noch einen kurzen Zwischenstopp zum Laden einlegen muss oder nicht. Viel wichtiger ist aber, dass auch die Ladegeschwindigkeit noch einmal deutlich gestiegen ist. Jüngst kam das Auto (bei einer Ladesäule, die ich schon in der Vergangenheit immer wieder genützt habe) auf beeindruckende 259 kW: 37,36 Kilowattstunden in 9:51 Minuten, das sind fast 200 weitere Kilometer auf der Autobahn. Da kommt man gerade aufs WC und wieder zurück… Was hilft, ist die Vorkonditionierung, die der Vorgänger nicht geschafft hat: So ist die Batterie ideal vorbereitet.
Was ich damit sagen will: Das Stammtischgerede von den langen Ladezeiten stimmt in vielen Fällen nicht mehr. Und auch in unserer Branche sollte man endgültig umdenken, falls man das nicht ohnehin schon gemacht hat: Elektroautos werden in der Anschaffung günstiger, im Betrieb sind sie es bei den hohen Spritpreisen ohnehin schon längst.
Oder, wie es einst André Heller und später Wolfgang Ambros gesungen haben: „Bitte kumm ma mit kane Ausreden mehr. Ausreden will i nimma hör'n.“
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