Die Negativ-Schlagzeilen zur deutschen bzw. europäischen Autoindustrie reißen nicht ab. Das China-Geschäft ist eingebrochen, das Europa-Geschäft läuft – seit Corona – auf deutlich reduziertem Niveau. Dazu kommen hohen Investitionen in die Transformation, die sich noch nicht rechnen. Und nach aktueller Einschätzung und politischem Zickzack wird die teure Mehrgleisigkeit noch länger andauern.

Doch auch der Handel ist stark betroffen. Zwar ist hier kein China-Geschäft eingebrochen, aber Marktrückgang, Kostensteigerungen, die wirtschaftlichen Schwäche und die generelle Verunsicherung der Konsumenten haben schwerwiegende Auswirkungen auf die Ertragssituation.

Zwar konnte die Werkstätte in den vergangenen Jahren einiges auffangen, in der Markenwerkstätte wird aber das Fehlen von 400.000 Neuzulassungen in den vergangenen 4 Jahren und der geringere Ertrag durch die Elektromobilität stark spürbar (werden).

Unterstützung seitens des Herstellers ist dabei selten zu finden. Zwar hat man dort erkannt, dass der Direktvertrieb gar nicht und das Agentursystem eher zum Vorteil des Händlers funktioniert, die Einsparungen im Vertriebsnetz wurden – über die Margen – aber dennoch umgesetzt. So hat sich bei allen Problemen auch noch der Ertrag bei den wenigen Neuwagen minimalisiert.

Klar, derzeit hat keine Seite etwas zu verschenken. Dennoch: Weitere und höhere Standards, weiter wachsende Bürokratie, teure Spezialwerkzeuge und das hartnäckige Gerücht, dass Hersteller von den vorgeschriebenen Investitionen profitieren, sind absolut unpassend. Auch die Aufregung bzw. der Druck mancher Importeure, wenn Händler aus Gründen der Betriebswirtschaft oder notwendiger Auslastung des Betriebes über eine zusätzliche Marke nachdenken müssen, ist alles andere als partnerschaftlich und zukunftsdienlich.

Natürlich handelt es sich hier um Einzelfälle, die nicht pauschaliert werden dürfen. Bei einigen Importeuren sehen wir ganz im Gegenteil ein sehr partnerschaftliches Verhalten. Wer von den etablierten Importeuren – aus der Sicht der Händler – zuletzt einen guten Job gemacht hat, lesen Sie übrigens in Kürze in unserem HÄNDLER-RADAR. Wie sich die neuen Marken und Importeure in der Zusammenarbeit verhalten, muss man wohl abwarten oder ausprobieren. Möglichkeiten zum Austausch mit den Kollegen bzw. entsprechende Vorträge und Diskussionen gibt es übrigens beim A&W-Tag am 14. Oktober in der Wiener Hofburg. Da sollten Sie dabei sein!

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