Die Betroffenheit der Betriebe vom Fachkräftemangel ist je nach Markengröße unterschiedlich, zu diesem Schluss kommt die 21. Welle des von puls Marktforschung GmbH in Kooperation mit Santander Consumer Bank GmbH sowie AUTO & Wirtschaft quartalsweise durchgeführten Händler-Trend Barometer Österreich. Im variablen Teil der nach dem 3. Quartal organisierten Welle wurden die Markenhändler nach dem Ausmaß des Problems für ihren Betrieb gefragt. Den Angaben zufolge sind mittelgroße Marken am stärksten betroffen, so geben 50% der befragten Händler an, der Fachkräftemangel sei ein (großes) Problem. Bei kleinen Marken geben das 36% an, bei Premium-Marken sind es 34%. Den geringsten Anteil verzeichnen große Marken mit 31%.

Großteil der Betriebe auf Mitarbeitersuche

„Die Mehrheit ist auf der Suche nach neuen Mitarbeitenden, insbesondere für die Werkstatt“, ist eine der Schlussfolgerungen des aktuellen Händler-Trend Barometers. Demnach geben 52% der Betriebe an, Fachkräfte im Bereich Werkstatt Mechanik zu suchen. 39% der Befragten suchen Fachkräfte für den Bereich Werkstatt Karosserie, 31% suchen Lehrlinge. Etwas geringer fällt der Mangel in den Bereichen Administration (18%), Verkauf (11%) und in sonstigen Bereichen wie beispielsweise Lager oder Fahrzeugaufbereitung (3%) aus. Lediglich ein Drittel (33%) der befragten Betriebe gibt an, keine neuen Mitarbeiter zu suchen, wobei deren Anteil bei Premium-Marken (22%) am geringsten ist, während kleine Marken mit 41% den höchsten Wert verzeichnen.

Fokus auf Lehrlingsausbildung

Fast alle Betriebe bilden laut Händler-Trend Barometer selbst Lehrlinge aus, die meisten davon jährlich. Demnach geben mit 70% mehr als zwei Drittel der befragten Betriebe an, jedes Jahr Lehrlinge auszubilden. Die übrigen 30% geben an, unregelmäßig Lehrlinge auszubilden. Dabei weisen Premium-Marken mit 89% den höchsten Anteil an jährlichen Lehrlingsausbildungen auf. Am geringsten ist dieser Wert bei mittelgroßen Marken mit 42%.

Verschiedene Maßnahmen

Gefragt nach den Maßnahmen, mit denen man dem Fachkräftemangel entgegenwirke, wurde am häufigsten die Lehrlingsausbildung (78%) genannt, gefolgt von höheren Gehältern (63%) und Maßnahmen zur Motivation der Mitarbeiter bzw. zur Bindung an den Betrieb (55%). Auch ständige Suche (52%) und flexiblere Arbeitszeiten (45%) werden häufig genannt. Kürzere Arbeitszeiten (15%) kommen hingegen seltener zum Einsatz. Bei der Suche nach neuen Mitarbeitern setzen die Unternehmen auf unterschiedliche Ansätze. Am häufigsten werden Mundpropaganda (88%), Social Media (83%) und das Arbeitsmarktservice (80%) eingesetzt. Von klassischen Anzeigen (62%), der Suche in Schulen (49%) sowie der Suche bei Mitbewerbern (21%) wird hingegen weniger häufig Gebrauch gemacht. Sonstige Kanäle wie Messen, karriere.at, lokale Aushänge oder Ähnliches werden laut den Befragten mit 9% eher selten genutzt.