Fichtner ist Direktor des Helmholtz-Instituts der Universität Ulm (HIU), das sich mit der Erforschung und Entwicklung von elektrochemischen Batteriekonzepten der nächsten und übernächsten Generation beschäftigt. In seiner Keynote "Transformation der Antriebe" prognostizierte er, dass sich der batterieelektrische Antrieb bei der Mobilität durchsetzen werde. Dies gelte nicht nur für Pkw, sondern durchaus auch im Schwerlast-Bereich. "Von derzeit 25 Firmen weltweit, die sich mit dem Thema beschäftigen, setzen 20 auf BEV und nur 5 auf die Wasserstoff-Brennstoffzelle."

Selbst durch die nationale Wasserstoffstrategie der deutschen Bundesregierung werde in absehbarer Zeit höchstens genügend grüner Wasserstoff erzeugt werden können, um die deutsche Stahlindustrie zu versorgen.

E-Fuels hingegen hätten einen großen Nachteil durch mangelnde Effizienz. "Derzeit ist es so, dass für die Erzeugung eines Liters E-Diesel etwa 27 Kilowattstunden elektrische Energie erforderlich sind", rechnete Fichtner vor. So die Klimaziele erreichen zu wollen, sei bis auf Weiteres illusorisch. "Es fehlen die technischen Voraussetzungen", urteilte Fichtner.

Neue Batterietechnologien als Hoffnungsträger
Als Beispiel für die positive Weiterentwicklung der Batterien nannte Fichtner die Blade-Akkutechnik des chinesischen Herstellers BYD, welche sicherer, langlebiger, nachhaltiger und bis zu 30% günstiger sei als andere Technologien. "Volkswagen und andere Hersteller gehen in die gleiche Richtung", nämlich die des LFP-Akkus, so Fichtner. Der nächste Trend sei das sog. "cell to chassis"-Design, bei dem Batterien nicht mehr in Packs, sondern direkt in der Karosserie verbaut werden.

Generell sehe er in der Batterieproduktion einen deutlichen Trend hin zu weniger kritischen Rohmaterialien und zu Fertigungsprozessen mit geringerem Energieaufwand. Wenn man alle heute bereits absehbaren Verbesserungen mit einkalkuliere, seien Reichweiten von über 1000 km möglich, schloss Fichtner.

Den gesamten Vortrag können Sie im Video unten nachsehen.