Es war eine durchaus informative Pressekonferenz, die am 15. September online stattfand: Aus Stuttgart zugeschaltet war unter anderem Britta Seeger, Vertriebsvorstand von Mercedes. „Die Händler können sich nun auf die Rolle des Markenbotschafters konzentrieren und müssen keine Preisdiskussionen mehr führen“, sagte sie – und dass nur ein minimaler Teil der Kunden die Fahrzeuge online und nicht über den Agenten kaufen würde. Das hätten auch die Pilotmärkte Schweden und Südafrika gezeigt.
A propos Pilotmarkt: Österreich kommt die Ehre zu, als allererstes Land auch die Palette an leichten Nutzfahrzeugen komplett im Agentursystem anzubieten. Laut Klaus Rehkugler, Verkaufsleiter für die Vans bei der Daimler AG in Stuttgart, schaue derzeit die ganze Welt nach Österreich, wie das System funktioniere. In diesem System gibt es noch Nachschärfungsprozess bei den Umbauten für Vito und Sprinter, die derzeit – noch – über die Händler laufen.
Laut Carsten Dippelt, dem Österreich-Chef von Mercedes, sei die Zahl der „Touchpoints“, wo die Kunden einen Mercedes kaufen können, im Agenturmodell auf rund 60 gestiegen. Eine starke lokale Präsenz werde es immer geben, so Dippelt.
Händlersprecher Peter Pixner von Pappas zeigte sich mit dem Erreichten nach den 18 Monate dauernden Verhandlungen durchaus zufrieden: Die Provision, die die Mercedes-Agenturpartner seit 15. August für den Verkauf eines Fahrzeugs erhalten, sei nur ein Teil des Maßnahmenpakets, das man ausverhandelt habe: „Ich glaube, dass wir auch in Zukunft Autos wirtschaftlich verkaufen können.“ Und im Gegensatz zu den Neuwagen bleibe ja der Gebrauchtwagenbereich weiterhin eine „Spielwiese“, so Pixner.
