Der Begriff „Technologieoffenheit“ wird derzeit von all jenen missbraucht, die erklären wollen, dass das mit der E-Mobilität eh nichts wird und dass sich derweil eh nichts ändern soll. Gefordert wird das Thema vor allem von jenen, die bei den aktuellen Lösungen (noch) nicht dabei sind. Das ist natürlich legitim. Schließlich werden wir sowohl die Wasserstofflösungen wie auch die E-Fuels in Zukunft dringend brauchen. Die Betonung liegt dabei auf 'Zukunft'.
Wasserstoff wird bei Transport und Güterverkehr eine wichtige Rolle spielen. Die E-Fuels werden wir benötigen, um den gewaltigen Bestand an Verbrenner-Fahrzeugen (die auch noch in den kommenden Jahren in großer Zahl neu auf unsere Straßen rollen), auch nach 2030 CO2-neutral zu bewegen. Bis Wasserstoff und E-Fuels allerdings in ausreichender Menge, umweltfreundlich und CO2-neutral sowie zu einem konkurrenzfähigen Preis erhältlich sind, werden die Kunden noch viele neue Autos kaufen.
Stammtisch-Auskenner, E-Auto-Gegner und jetzt auch die ehemalige Wirtschaftspartei sowie der ÖAMTC erwecken beim Konsumenten den Anschein, die anderen ('besseren') Lösungen stehen vor der Tür. „Nur noch ein paarmal schlafen, dann gibt's den perfekte Zukunftssprit!“ Das verunsichert den potenziellen Autokäufer noch mehr und schadet damit der Kfz-Branche. Wasserstoff-Pkw und alternative Kraftstoffe gibt es (derzeit) nicht (serienreif). Punkt! Vielmehr sollten die potenziellen Kunden das kaufen, was derzeit verfügbar ist.
Das Engagement der Branche soll nicht verwendet werden, um die E-Mobilität zu bekämpfen, sondern um (nach 2030) drohende Fahrverbote für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zu verhindern. Diese Vernichtung von Volksvermögen darf – so sie überhaupt ernsthaft geplant ist – nicht stattfinden.
Bis dahin sollte die Branche das verkaufen (und auch überzeugt vertreten), was tatsächlich kaufbar (und zugegeben: leider momentan allesamt schlecht verfügbar) ist:
Das sind hoch entwickelte, moderne Verbrenner-Modelle, das ist das sehr gut funktionierende und laufend zunehmende Angebot an Hybridfahrzeugen und das sind serienreife und längst alltagstaugliche Elektrofahrzeuge, je nach Anforderung. Damit ist der Kunde zukunftsfit. Mit Wasserstoff und E-Fuels kann er sich (vielleicht) beim übernächsten Auto beschäftigen.
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