In seiner regelmäßigen Analyse der-E-Auto-Entwicklung stellt Prof. Dr. Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) jeweils drei Szenarien dar: schnell, moderat und langsam. Auf Basis der beschleunigten, hohen Absatzdynamik der Elektromobilität in Europa und in Deutschland, sieht das CAM im „schnellen Szenario“ einen Erstzulassungsanteil von Elektrofahrzeugen von 90 % im Jahr 2030. Dabei würden 81 % auf rein elektrisch angetriebene Modelle entfallen, 9 % wären Plug-In-Hybride. Den Gesamtmarkt prognostiziert Bratzel 2030 auf 15,5 Mio Neuzulassungen. (2019 wurden durch den Corona-bedingten Rückgang in Europa 11,9 Mio Pkw neu zugelassen.)

Langsames Seznario mit 50 Prozent E-Anteil
„Unter der Annahme eher negativer bzw. kontraproduktiver Einflussfaktoren ergibt sich im langsamen EV-Markthochlauf-Szenario ein gesamthafter EV-Neuzulassungsanteil von etwa 50 Prozent“, so Bratzel. Dabei würden aufgrund massiver Ladeinfrastruktur-Probleme Plug-In-Hybride mit 15 % an den Neuzulassungen stärker vertreten sein als im schnellen Szenario, der Anteil batterieelektrisch angetriebener Pkw würde bei 35 % liegen. 

Als entscheidende Faktoren sieht Bratzel die Regulations- und Förderkulissen (besonders die Klimaschutzziele), die Batteriepreisentwicklung und vor allem die Dichte und Qualität der Ladeinfrastruktur.