Jetzt, wo neue Vertriebsformen der Hersteller, die das selektive Vertriebssystem in ihren Grundfesten erschüttern, den Autohändlern neue Absatzwelten erschaffen und in diesem Sog viele bislang erfolgreiche Marktteilnehmer verschluckt werden, bekämpft sich die Autowelt mit eigenen Waffen.
Dabei wird der Autohandel von zwei Seiten in die Zange genommen: Einerseits vom Hersteller bzw. Importeur, der mit der Ausweitung des Direktvertriebs zum Hauptwettbewerber wird, und andererseits unter kräftigster Mitwirkung der Geldmächtigen, das Auto zum Weltklimakiller stilisiert wird.
Wäre die Agentur für die Hersteller ein Ausweg aus allen kartellrechtlichen und vertraglichen Zwängen? Fachjuristen bejahen das dem Grunde nach. Wenn sich die Hersteller bereit zeigen, ihre Vertriebsorganisationen einzubinden und ihnen ihre sämtlich mit den vermittelten Geschäften verbundenen Risiken abnehmen, wäre das ein gangbarer Weg.
Aktuell gilt aber die Maxime: Ganz oder gar nicht! Ob sich das die Hersteller a la longue leisten können, ist mehr als fraglich. Im Kern geht es um sehr viel Geld, was heute noch vom Handel beigesteuert wird. Mercedes und Stellantis haben sich jetzt dem Agenturmodell verschrieben und ziehen ihr Ding durch, denn sie wissen um die Zerrissenheit der Händlernetze. Da kämpft jeder gegen jeden und in dieses Vakuum stoßen sie jetzt hinein.
Dazu gesellt sich das politische Klima, wo auch nichts mehr bleibt, wie es war. Jede Stellungnahme, jede Aktion und daraufhin Reaktion ist im Wandel, jedem noch so kruden Klimagedanken ausgeliefert. Extrem ist das neue Normal. Die Erde ist erschöpft, schreiben Kolumnisten blindwütig ihre eigene Logik.
Aber so, wie die Wirtschaftsmächte, nur als Beispiel, die EU-Osterweiterung vorangetrieben und ein über Jahrzehnte durch Kommunismus rückständig gemachtes Staatengebilde plötzlich per EU-Erweiterung für sich nutzbar gemacht haben, üben sich jetzt die Umweltretter in Gutmenschkultur.
Keine Pressemeldung, kein Statement kommt mehr ohne Klimaschutzhinweis daher. Alles ist nachhaltig – das Gute wie das Böse! Worte können Waffen sein, das weiß jede schreibende Person, auf welcher Seite sie auch sitzt. Gebessert hat sich wenig, lediglich die Krisen haben sich verschärft.
Wo sind sie die gewählten Worte, die durchdachten Argumente, die schlauen Sätze der Vertragsgeber, die die Beteiligten im künftigen Vertriebswerk überzeugen wollen? Nichts, was wir tun, geschieht außerhalb unserer Gesellschaft.
Aktuell kostet jedes giftige Schrifterl Arbeitsplätze, was kausal nichts mit der Pandemie zu tun hat. Der zweifelsfrei spürbare Klimawandel wird von den Mächtigen aus Politik und Wirtschaft jedoch schamlos für ihre eigenen Zwecke ausgenutzt.
Es liegt also vor allem an uns selbst. Wir müssen gleichzeitig unsere Umwelt beachten und dafür sorgen, dass auch die kommenden Generationen in einer Welt existieren dürfen, die auch wirtschaftlich noch lebenswert ist.
Dafür gilt es jetzt, die Weichen zu stellen, und zurückkommend auf die Probleme der Autowirtschaft sei die Geschlossenheit der Vertriebsnetze angemahnt, denn bei falscher Umsetzung einer Direktvertriebsstrategie ist das ganze Vertriebssystem gefährdet.
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