Carlos Tavares, aktuelles Role Model der Automobilhersteller, lässt in Jahrzehnten gut ausgebildete Autohauspartner hinsichtlich der weiteren Zusammenarbeit weiter im Ungewissen. Die Kunden verstehen das heute nicht und werden morgen durch Markenflucht derart überheblichen Vermarktungsstrategien die Rechnung präsentieren.

Nun will ich Handelsgiganten wie einer AVAG oder österreichisch dimensioniert den beispielsweise Denzels, Vogls, Unterbergers oder Gadys in ihrer Vertriebsstrategie keine Vorschläge unterbreiten, sie arrangieren sich kraft ihrer Unternehmensgröße schon selber mit den gebotenen Vertriebskulturen. Schwieriger haben es da schon die vielen kleinen Autohäuser, in Österreich präsentieren sie sich immer noch an 2.800 Adressen. 

Das Gros dieser meist über Generationen geführten Familienbetriebe muss deswegen an keiner nationalen Depression leiden. Sie werden bei der „Mobilitätswende“ gebraucht wie sprichwörtlich ein Bissen Brot. Eine Strategie, die schon in den nächsten Jahren aufgehen kann, denn sie erhalten unserem Sozialsystem steuerbringende Arbeitskräfte, während die Giganten steuerflüchtend Personal optimieren.

Das wird auch die Politik einsehen müssen, denn die ohnehin maroden Staatsfinanzen werden durch die Corona-Krise ohne Individualmobilität nicht mehr in den Griff zu bekommen sein. Und das Schuldenmachen wird noch längere Zeit andauern.

Mehrausgaben von über 50 Milliarden Euro für Kurzarbeit, Arbeitslosenfinanzierung, Umsatzersatz, Ausfallsbonus stehen von 2020 bis 2023 knapp 100 Milliarden Euro Steuerausfälle zu Buche. Nicht einberechnet darin sind die ausufernden Pensionsausgaben.

Mit den uns oktroyierten Klimarettungsmodellen auf unserer 84.000 Quadratkilometer großen „Insel der Seligen“ wird sich die Welt nicht nachhaltig verbessern. Und E-Autos mit Steuergeldern ständig bezuschussen zu müssen, damit die Stückzahlen steigen, ist politischer Betrug an der Bevölkerung. Oder anders ausgedrückt: Große Wirtschaftsmächte haben ihren Spaß mit Kurz, Kogler & Co. und natürlich „unserem“ Arnie Schwarzenegger. Schauspielerei ist schließlich sein Metier.

Wie können sich Kleinbetriebe aus dem politisch gewollten Würgegriff der Konzerne befreien? Indem sie sich in Wirtschaftsräumen zusammenschließen! Da fällt mir der 2001 vom damaligen Peugeot-Händler Bernhard Kalcher in der Steiermark realisierte Zusammenschluss mehrerer gleichgesinnter Händlerkollegen zur Südost-Automobil-Vertrieb GmbH ein. Bei aller Fehlerhaftigkeit und Einflussnahme durch den Importeur (Kalcher verlor wegen seiner Beharrlichkeit seinen Handelsvertrag) existiert diese Kooperation bis heute und auch Honda als Marktanteilszwerg partizipiert davon.

Das Süd-Ost-Vermarktungsmodell bewältigt die vom Hersteller laufend geforderten neuen Standards im Team tadellos und auch die Beschaffungskonditionen haben in der Gruppe beim Importeur mehr Gewicht. In der Hochphase summierte Süd-Ost mit 11 Betrieben bis ins Burgenland hinein knapp 1.000 Neuwagen-Verkäufe im Jahr. Jetzt sind es immer noch knapp 400 Einheiten.

Ja, unsere Mobilitätswirtschaft braucht Typen wie Kalcher. Sie sind „Imagineure“, die in schwierigen regionalen Verhältnissen der Marke im Marktgebiet Bedeutung geben. Das haben übrigens auch schon einige Hersteller erkannt und sondieren ihrerseits in Workshops ihre Vorstellungen solcher Vermarktungskooperationen.

Also kann Kalchers Vermarktungsmodell nicht so falsch sein und es ist den Firmeninhabern anzuraten, selbst das Heft in die Hand zu nehmen, um „Unternehmer“ bleiben zu können. Kalcher ist Obmann des VÖK (Verband Österreichischer Kfz-Betriebe) und gibt gerne Praxistipps zum Erhalt umweltverträglicher Automobilität samt regionaler Jobsicherheit!

Währenddessen kann Staatsgast Schwarzenegger mit Umweltministerin Gewessler dabei zusehen, wie im Schwarzen Meer bei der Übung „Sea Breeze“ 5.000 Soldaten mit 32 Schiffen und 40 Flugzeugen mit „klimafreundlicher Munition“ gemeinsam trainieren. 


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