Die Pandemie verlangt den Staatsbürgern und den Unternehmern in diesem Land finanziell und wirtschaftlich aber auch hinsichtlich der Umsetzung staatlicher Vorgaben sehr viel ab. Das beginnt bei der konsequenten Einhaltung der Corona-Maßnahmen und reicht bis zur exakten Einreichung, Umsetzung und Dokumentation bei den Covid-Förderungen.

Lassen Sie uns dazu ein Gedankenexperiment durchspielen: Die Finanzbehörden kontrollieren die korrekte Einhaltung der COVID-19-Förderungen und damit den korrekten Anspruch auf Fördermittel in Ihrem Betrieb. 

Sie geben die gefordeten Unterlagen allerdings nicht heraus und warten damit, bis eine Exekutionsbescheid von oberster Stelle – es muss ja nicht gleich der Bundespräsident sein – die Herausgabe erzwingt. Auf die Vorwürfe, es seien dann noch immer nicht alle erforderlichen Unterlagen geliefert worden, schieben Sie die Verantwortung an die Mitarbeiter: Die hätten schließlich unterschrieben, dass alles OK ist.

Obwohl sie angeben, keinen eigenen Computer zu besitzen, schicken sie selbigen bei der danach angeordneten Hausdurchsuchung mit ihrer Frau im Kinderwagen spazieren. Auf die Erhebung des Staatsanwalt kritisieren sie selbigen medienmwirksam mit entsprechenden Pressekonferenzen.

Können Sie sich vorstellen, dass Sie als „kleiner“ Unternehmern so agieren könnten?

Rechtlich mag sich das alles ausgehen, moralisch tut es das längst nicht mehr. Als Staatsbürger und Unternehmer in diesem Land haben wir nicht nur Rechte sondern auch Pflichten, die zum Funktionieren eines Staates essentiell sind. Für Politiker ist der Anspruch in der Vorbildfunktion noch deutlich größer.

Immer öfter wundert man sich, was bei der ehemaligen Wirtschaftspartei alles (durch)geht.


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