Anfangs dachte ich, dass ich mich in den Ö3-Nachrichten verhört hätte: Also schaute ich auf der Homepage nach. Und tatsächlich, dort stand es genauso, wie sie es im Radio gesagt hatten. Im Vorjahr seien in Österreich 203.515 neue Elektrofahrräder verkauft worden – fast 13-mal so viele wie Elektroautos. Damit sei die Millionengrenze überschritten.
So weit, so klar: Doch was dann in der Presseaussendung stand, kann ich mir nicht erklären – und daher zitiere ich wörtlich: „Der VCÖ weist darauf hin, dass Elektro-Fahrräder einen großen Beitrag leisten können, um die Klimaziele im Verkehr zu erreichen. Denn sechs von zehn Autofahrten von Österreichs Bevölkerung sind kürzer als zehn Kilometer. Eine Distanz, die mit Elektro-Fahrrädern gut zu bewältigen ist.“
Ja, mag stimmen, und 2 Zeilen weiter steht dann auch was von Gebieten mit Steigungen, wo das E-Bike ideal sei: Doch die Realität sieht anders aus, wie ich mich ständig selbst überzeugen kann – in der völlig flachen Lobau zum Beispiel, wenn mich wieder irgendjemand mit seinem „Viagra-Radl“ überholt.
Denn woher kommt der Strom, liebe Damen und Herren im VCÖ? Aus der Steckdose! Und er wird nicht immer umweltfreundlich erzeugt! Der beste Strom auf dem Weg zur Erreichung der Klimaziele ist noch immer jener, der überhaupt nicht produziert werden muss.
Habe ich schon erwähnt, dass ich mir vor 3 Wochen ein Steyr Waffenrad gekauft habe? Gut 40 Jahre alt, produziert in Graz, und noch immer perfekt beisammen. Da passt der ökologische Fußabdruck tausendmal besser als bei jedem noch so fetzigen E-Bike made in China!
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