Renault und Hyundai bauen ihr Händlernetz in Richtung weitere große Partner um, welche Auswirkungen die Stellantis-Fusion auf das Händlernetz hat, ist noch gänzlich offen. Mercedes stellt komplett auf Direktvertrieb um. VW, Ford und Volvo machen Versuche mit einzelnen Elektromodellen, die nur direkt bzw. online beim Hersteller gekauft werden können. Bei letzterem ist der „Händler“ als Kundenkontakpunkt noch immer mit dabei, als Probefahrt-, Besichtigungs- oder Auslieferungspartner. Wohin die Reise führt, ist derzeit vollkommen unklar, vermutlich auch bei den Herstellern selbst. 

Der Direktvertrieb kann natürlich eine Lösung sein, schließlich wollen die Hersteller ja ein Filial-Netz mit vollem Durchgriff. Nur das unternehmerische Risiko trägt derzeit noch der Händler. Beim Direktvertrieb mit dem Händler als Auslieferungspartner müssten die Vergütung aber entsprechend hoch sein und bessere Deckungsbeiträge ermöglichen als es jetzt der komplette Vertrieb tut.

Da kommt das Peugeot-Urteil genau zu rechten Zeit, meinen viele. Dabei kann diese Entwicklung auch nach hinten losgehen und den Hersteller-Trend „Weg vom Händler“ nun noch beschleunigen. Gerade jetzt wäre Planungssicherheit für die Händler und für die gesamte Branche extrem wichtig. Die Automobil-Konzeren sollten sich rasch für eine Strategie entscheiden und dazu bekennen. Damit die Händler wissen, ob sie in Zukunft (für diese Marke) noch gebraucht werden. Andere und neue Anbieter sind bereits auf der Suche.