Die momentane Situation erfordert zweifellos konsequente Maßnahmen. Ob man verhindern hätte können, dass wir soweit kommen, wird vielleicht politische Konsequenzen haben. Für das aktuelle Geschäft (oder Nicht-Geschäft) hilft die Diskussion leider nichts.

Durchhalteparolen wirken zunehmend zynisch. Will man dennoch etwas Positives finden, so kann man das im Vergleich zwischen erstem und zweiten Lockdown. Denn diese Mal ist für die Kfz-Branche von Beginn an klargestellt, 

  • dass die Werkstätten voll und nicht nur im Notbetrieb geöffnet haben dürfen
  • dass Telegeschäfte (Telefon, Mail) und vor allem die (Aus-)Lieferung erlaubt sind
  • dass Zulassungsstellen voll geöffnet haben
  • dass Kunden alle geöffneten Betriebsstätten trotz Ausgangsbeschränkungen besuchen dürfen
  • dass gewerbliche Kunden die Betriebsstätten aufsuchen dürfen

Damit können – im Gegensatz zum Frühjahr – Fahrzeuge auch ausgeliefert und zugelassen werden. Flottenkunden, deren Leasingverträge auslaufen, können normal betreut und bedient werden. Gewerbekunden, die etwa Transporter für ihr tägliches Geschäft benötigen, können versorgt werden.

Dabei sollen nicht die Schauräume grundsätzlich für gewerbliche Kunden geöffnet werden. Vielmehr sollen mit potenziellen B2B-Kunden Termine vereinbart werden und der Kontakt minimal gehalten werden. Die Verordnung verweist auf Telefon und E-Mail, wo es 'tunlich' ist. 

Denn trotz besserer Möglichkeiten als im Frühjahr und trotz gewaltigem wirtschaftlichem Druck ist die Corona-Disziplin entscheidend: Gelingt es nicht, die Infektionszahlen in den nächsten 3 Wochen zu drücken, wird uns dieser Lockdown noch länger beschäftigen, der wirtschaftliche Schaden noch größer.