Da nutzt es nicht, wenn das Bundesgremium des Fahrzeughandels die Kunden erfolgreich davon überzeugen kann, dass der Gebrauchtwagenkauf beim Fahrzeughandel Sicherheit bietet: Solange sich im Internet Anbieter tummeln, die Seriosität bestenfalls von anderen erwarten, ist der Ruf des Fahrzeughandels in Gefahr – durch jene, die erst wenn der Kunde „im Netz ist“, die tatsächliche Rechnung aufmachen.

Wenn bei einem Gebrauchtwagenangebot, ohne dass darauf online hingewiesen wird, erst bei Vertragsabschluss in Summe ein guter Tausender auf die Rechnung gesetzt wird – für das „Pickerl“, das Typenschein-Adäquat CoC-Papier (zumal bei importierten Autos), für den auf den Angebotsbildern im Kofferraum gezeigten 2. Reifensatz und vor allem für Verzicht auf die Leasingfinanzierung – so fragt man sich, wann der Konsumentenschutz derartige Praktiken rechtlich prüfen und ein Exempel statuieren wird.  

Der Schaden scheint bereits angerichtet, ein Zweig des Autohandels droht in Verruf zu geraten: Man muss das Internet nicht lange zu durchforsten, um frustrierte Kunden beim „Dampfablassen“ zu erleben. Weil es auch Beispiele dafür gibt, wie Kunden vorbildlich, korrekt und fair behandelt werden, kann man der Branche nur wünschen, dass die Kundschaft unterscheiden mag – und nicht einen ganzen Wirtschaftszweig entsprechend ihrer Erfahrungen mit Schwarzen Schafen verurteilt.