Unsere liebe Umweltministerin Leonore Gewessler hat sich mit ihrer an sich logischen Pfandidee auf Plastikflaschen bei ihrem Regierungspartner eine Abfuhr geholt. So ein Lobbying wie die Verpackungsindustrie möchte die Autowirtschaft auch haben. 

Nur in der hochnäsigen Autowirtschaft hat die niederlagenresistente Steirerin keine Gegner zu fürchten. Die lässt mit sich geschehen und sich die CO2-Emission als vorrangiger Verursacher umhängen. 15 Milliarden Euro netto jährlich liefert die heimische Fahrzeugwirtschaft aktuell ins Staatsbudget.

Doch die Regierung sägt weiter am Ast, auf dem sie sitzt. Dazu noch die ohnehin harschen EU-Regulierungsmaßnahmen toppen zu wollen, kommt einem wirtschaftlichen Ruin gleich. Für weniger Schadstoffausstoß umso mehr Arbeitslose zu produzieren, kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein.

100 Prozent E-Mobilität zur Schadstoffreduktion anzunehmen, verzerrt ins Unrealistische. Die Vernichtung ganzer Landstriche zur Ausbeutung „Seltener Erden“ rund um unseren Globus verbessert keine Umweltbilanz. Ein Perspektivenwechsel von der reaktiven zur kreativen Umsetzung von Umwelthilfe stünde den Weltverbesserern gut.

Dennoch bemerken wir als Branchenblatt auch Interessantes: Die Schwäche der einen oder anderen Traditionsmarke im heimischen Händlernetz führt zu Veränderungen, die bis vor Kurzem undenkbar erschienen.

Aktuell mischt die PSA-Gruppe ihre Markenstandorte ordentlich durch und eröffnet damit anderen Marken neue Perspektiven. Die deutsche AVAG nahm sich zuletzt Mercedes an und kümmert sich nun um Toyota samt Lexus.

Im Sog dessen erblicken plötzlich „Mauerblümchen“ in ihren angestammten Verkaufsgebieten neue Perspektiven. Traditionsunternehmen haben mit ihrem treuen Personal das Vertrauen in der Region, sind engagiert und haben Lust auf Neues, sind also interessant für schnörkellos denkende Importeure. Selbst wenn sich für den Wettbewerb auf den ersten Blick eine Entscheidung falsch anfühlt, sie verstellen sich aus traditionellem Gehorsam heraus nicht weiter Zukunftsperspektiven.

Plötzlich regen sich lokal anerkannte Markenhändler und reichern um ihre Stammmarken herum ihr Portfolio an. Es geht also auch umgekehrt, wo nicht der Importeur über Sein oder Nichtsein eines Standortes entscheidet, sondern Eigeninitiativen zu neuen Zielen führen. Verkaufserfolg bekommt Vorrang vor Standards. Unsere wöchentlichen AUTO-Informationen richten den Fokus zeitgerecht dorthin, wo Unternehmer etwas unternehmen. 

Der umtriebige Liqui-Moly-Schmiermittel-Chef Ernst Prost erinnert die über Generationen geprägte Erfolgs-, Bequemlichkeits- und Wohlstandsgesellschaft wieder daran, besonders in Corona-Zeiten „kleinere Brötchen zu backen“, wieder kämpfen zu lernen für den eigenen unternehmerischen Fortbestand. „Wirtschaft findet in keiner Blase statt, Wirtschaft sind wir alle – und einer hängt vom anderen ab!“

Dienstleister „Made in Austria“ als Garanten für Zuverlässigkeit, Ehrgeiz, Fleiß und Verantwortungsbewusstsein in ihrem Einflussgebiet verdienen sich diesen Orden allemal und dazu die Zuwendung der Politik. Unternehmen mit Perspektiven leisten die Steuern, um soziales Ungemach zu lindern, geben uns Menschen Lebensinhalt und vermitteln Frieden.

Krisen wie die Pandemie betäubt man nicht mit Kurzarbeit. Es sind jene Tugenden gefragt, die unsere Elterngenerationen zu heutiger Unternehmenskraft befähigen. Diese Tugenden werden wieder aktiviert, um die nötige Wirtschaftsleistung zu gestalten. Wo? Das lesen Sie regelmäßig bei uns!