Bei der jüngsten Mitgliederversammlung des BRV (Bundesverband Reifenhandel und Vulkanisiergewebe e.V.), mit dem auch der VRÖ (Verband der Reifenspezialisten Österreich) kooperiert, gab es im Rückblick eindeutige Ergebnisse und in der Vorausschau nur den „Blick in die Glaskugel“.
Land auf und ab entscheidet für alle Branchenteilnehmer das letzte Quartal 2020 über Erfolg oder Misserfolg. Fast alle Absatzkanäle bewegen sich „8 bis 12 Prozent“ in der Verlustzone: Die Privatkunden (Home office, Jobangst, Lohneinbußen) sind zurückhaltend und auch die Gewerbekunden zeigen sich angeschlagen; viele Händler beschäftigten sich zudem mit falschen Kundengruppen, was neben den Pandemieauswirkungen zusätzlich Probleme mit sich brächte.
In einer Umfrage von BBE Automotive rechnen 40 % der Betriebe mit einer Verschlechterung ihrer Betriebsergebnisse und der Margendruck ist bis auf wenige Breitreifen-Segmente ungebrochen hoch.
Deshalb würden allerorts die Leistungsansprüche den Ertragserwartungen angepasst, viele Reifenhändler suchen – schwer zu findende – Nachfolger und filialisierte Organisationen leiden unter der Heterogenität ihrer Outlets.
Nach Ansicht anwesender Lieferanten mit Kundenbezug zu Österreich verhält sich diese Entwicklung analog zu Deutschland. Demnach hätten sie die Corona-Krise bislang gut gemeistert, auch wenn ihnen die Marktdeutung in die Zukunft schwerfällt.
So kein zweiter Lockdown passiert, sollte der Winterreifenabsatz positiv ausfallen, nachdem das Sommerreifengeschäft mit Ausnahme der Ganzjahresreifen doch erheblich gelitten hat. BRV-GF Dipl.-Ing. (FH) Michael Schwämmlein resümiert unter diesen Umständen für den Reifenfachhandel dennoch positiv, sei er als Systemerhalter doch deutlich besser unterwegs als andere Branchen.
Die Verbandserkenntnis zum Schluss: Stabilisierung, auch bei rückläufigen Umsätzen, ist die einzige Chance, um weiter im Wettbewerb zu bestehen.
