Noch fahren weltweit über 95 Prozent aller Autos mit Verbrennungsmotor, trotzen dem Coronavirus und der Klimakrise. Die haben unsere Politiker, vor allem Politikerinnen, auf ihrer To-do-Liste, wo nie klar zu unterscheiden ist, was Vision, Plan und Investitionswahrheit bedeutet. Da tue ich mir mit unseren Automanagern leichter. Die lügen zwar auch, in der Endkonsequenz kann man kann ihre Taten jedoch einfacher dechiffrieren, wie Autohändlergigant Albert C. Still mutig entgegnet.

Nach Auslaufen der Kurzarbeit schwillt einem Tsunami gleich nun die Kündigungswelle an. Die Politik beschwichtigt, verspricht mit kaum mehr vorhandenen Geldmitteln alles Sozialleid zu lindern. Die Gewerkschaft erblödet sich tatsächlich in der Aussage, mit einer 4-Tage-Arbeitswoche nahezu Gleiches leisten zu können und noch dazu Arbeitsplätze zu schaffen. Bis dato hat sich noch kein Land auf der Welt gefunden, wo so etwas funktioniert. Aber das macht ja nichts: Noch schmeißt man die letzten Rettungsringe in Form von Sozialplänen den künftigen Arbeitslosen hinterher. Fixkostenzuschüsse werden den Firmen zuhauf versprochen, jedoch nur zögerlich ausgeschüttet.

Die Industrie, nicht allein die Autohersteller, hat optimiert und ihre Fabriken rund um die Welt verteilt. Jetzt sind die Lieferketten unterbrochen und gewünschte Ware kann nicht geliefert werden. Die Gratwanderung zwischen Klimaschutz und Jobverlust beginnt zu kippen. Der biblische Prophet Hiob lebte im Alten Testament auch im festen Glauben an das Gute, ehe er sich als Überbringer grauslicher Nachrichten in unseren Alltag einschlich.

Die Politik schmeißt mit den Klima-Milliarden um sich, die in der versprochenen Form nie vorhanden sein werden. Den Betrieben geht es an die Substanz: Nicht nur innerhalb der Autowirtschaft, auch Tourismus, Gastronomie geht es an den Kragen. Während einige Hersteller ihre Lehren aus dem Lockdown ziehen und Insourcing favorisieren, um wieder die Oberhand über die eigene Produktion zu bekommen, schließen andere ihre Fabriken und überlassen ihr Personal in Tausenderzahlen dem Schicksal.

Die EU sieht in dieser Entwicklung jedoch nicht den Untergang, sondern vielmehr den Fortschritt „Made in China“! In den davon und immer größer betroffenen Regionen leistet einzig Hiob Schwerarbeit, nämlich den Steuer leistenden ArbeiterInnen die schlechten Nachrichten eines Jobverlustes zu überbringen. 

Die Politik macht in Klima und verordnet E-Mobilität mit einer Zweidrittel-Wertschöpfung aus Billiglohnländern. Was übrig bleibt für die Reichen, erledigen digitale Fabriken. Die Zugeständnisse an die Betriebsräte werden immer dürftiger. Was dieser Kaste weiter auch nichts ausmacht, denn wird ein Werk wie MAN in Steyr geschlossen, geht der Arbeitnehmervertreter in der Regel mit einem Plastiksack voller Geld nach Hause in die Pension, die Massen schauen letztendlich durch die Finger und müssen zusehen, wie sie existenziell weiterkommen.

Ohne Auto, dafür mit Bus, Bahn oder Tram zu einem Job mit wieder weniger Lohn in der Tüte. Herzlichen Glückwunsch allen, die den Beruf eines Arbeitnehmervertreters ausüben können. Es ist eine elitäre Sippe, die sich die gute Laune nicht verderben lässt. Europas Schlüsselbranche zeigt Flagge, überall. Nur nicht in den Heimmärkten.

Und die Kfz-Betriebe im Land? Die meisten leben – noch – unbeschwert und freuen sich aktuell über „phantastische“ Werkstattauslastung und „gute“ Autoverkäufe. Das Autohandelsgeschäft lahmt bereits und die Werkstätten werden auch bald straucheln, wenn sich die Leute vom Arbeitslosengeld die Servicerechnungen nicht mehr leisten können. Dann werden die erstklassige Beratungsqualität und die exzellente Nachkontaktquote, wie sich Opel bei 50 Prozent Absatzminus dennoch bei ihren Vertragspartnern bedankt, wenig zum effektiven Umsatznutzen beitragen helfen.

Tatsächlich schuften Tag für Tag die Autohäuser mit Engagement und Leidenschaft für ihren Marken- und Eigenerfolg. Der Dank ist eine Urkunde, ein Pokal und warme Worte, gerade wenn es um die Vermarktung von E-Fahrzeugen geht. Finanzierung und Leasing rücken in den Vordergrund. Der Umweltbonus macht die Hersteller übermütig. Fällt dieser wieder weg, weil den Regierungen das Geld dafür ausgeht, wird es rasch wieder ruhig in den Verkaufsstatistiken. Und warum schließen Vertriebspartner die ihnen oktroyierten E-Fahrzeuge über dritte Leasingfirmen ab? Weil die Fahrzeuge zu schnell an Wert verlieren.

Das ist jedoch die echte Chance für den traditionellen Autohandel, denn die Räder werden auch in der Krise rollen und die Infrastruktur für die Verbrenner ist immer noch gut intakt. Und in der Not fressen selbst die verblendetsten Politiker, die schöngeistigsten Politikerinnen, die im grünen Gewand daherkommenden Neo-Kommunisten und alle Weltverbesserer im Schlepptau wie der Teufel das Brot, um zu überleben.

Die Autoleute regt das alles nicht auf. Tatsächlich ist die große Mehrheit überdurchschnittlich ausgebildet, höchst produktiv und grenzenlos denkend. Was die Politik immer weniger würdigt: Der klimaorientierte Kurswechsel hatte bereits vor Corona begonnen, ob danach fortgesetzt werden kann, ist mehr als fraglich.