Zu den Kritikpunkten gegenüber dem Gesetzgeber zählt etwa, dass es noch kein zentrales Ladestellenverzeichnis mit Echtzeitinformationen gibt. „Wir treten in diesem Punkt dafür ein, dass eine Schnittstelle geschaffen wird, die das ermöglicht“, so Fischer, der allerdings auch einschränkt: „Wir müssen als junge Branche die Entwicklungen priorisieren. Wir wollen uns verbessern; aber das Wichtigste ist, dass das Netz für unsere Kunden funktioniert.“
Den Vorwurf mangelnder Preistransparenz lässt Fischer keinesfalls gelten. „Während Treibstofftankstellen ihre Preise mehrmals am Tag verändern, hat Smatrics zuletzt vor fünf Jahren seine Preise angepasst“, gibt er zu bedenken.
Direkt zahlen ohne Karte oder App
In puncto Bezahlmöglichkeiten – der Rechnungshof schlägt u.a. vor, dass an den Ladesäulen die Möglichkeit zur direkten bargeldlosen Bezahlung sichergestellt werden sollte – verweist Fischer auf hohe Kosten, wenn man z.B. an den Ladesäulen Bankomat-Terminals anbringen ließe. „Das kostet pro Terminal ca. 1.500 Euro. Aber schon heute kann ein weißrussischer Teslafahrer, der zum allerersten Mal an einer Smatrics-Säule steht, innerhalb weniger Minuten mit seinem Smartphone einen Ladevorgang einleiten“, beteuert Fischer, dass die existierenden Systeme bereits benutzerfreundlich seien.
Im Übrigen arbeite die Branche an einem eigenen IT-Protokoll mit Namen „Plug & Charge“, welche ein Aufladen ganz ohne Karte, App oder Smartphone ermöglichen werde, indem das Fahrzeug selbstständig mit der Ladestation kommuniziere. Fischer geht davon aus, dass das System in den nächsten ein bis zwei Jahren implementierbar sein wird.
Lesen Sie mehr zum Thema in der AUTO-Information Nr. 2539 am 25. September 2020!
