Die wöchentlichen Hiobsbotschaften reißen nicht ab. Im In- und Ausland nicht. Für Mitsubishi wird der Platz zwischen Renault und Nissan eng. Allein 65 Mitsubishi-Vertriebspartner in Österreich dürfen demnächst nach neuen Marken Ausschau halten, wenn sie es dann noch können oder wollen. VW, BMW, Daimler, Ford ächzen unter der Milliarden schweren Schuldenlast. Wo man hinschaut, versinken die Bilanzen der Konzerne im finanziellen Chaos.
Einzig Wunderwuzzi Carlos Tavares kann das alles nichts anhaben. Der Portugiese putzt Peugeot, samt Citroën und DS heraus, saniert Opel mit Links und mit der amerikanisierten Fiat-Gruppe hat er bald Gleiches vor. Seine 32 Jahre Erfolgsarbeit bei Renault hat ihm einzig der böse Carlos Ghosn vermasselt und der hat sich inzwischen in den äußerst explosiven Libanon abgesetzt.
Derweilen verringern Hersteller und Importeure ihre Mitgliederzahlen und der Onlinehandel verspricht viel und bringt wenig. Auto-Glaspaläste werden unfreiwillig Dauerausstellungen der Trostlosigkeit. Flotte Marketingsprüche verfangen sich im Shitstorm, alles ist sexistisch oder politisch unkorrekt. Kann Korrektheit überhaupt eine politische Kategorie sein?
Klammheimlich verabschieden sich bislang stolze Autohändler – quer durch die Markenlandschaft – von ihrem Haupthändlerstatus, die verlangten Markenstandards sind kaum mehr zu verdienen. Den Kampf um den Kunden haben sie deswegen nicht aufgegeben. Sie vermitteln nur noch, ihre Existenz sichern sie mit adäquatem Topservice ab.
Was sich da abzeichnet, ist die fundamentale Krise der Autowirtschaft, nur für den Autogott Tavares aus Lissabon bleibt der Autohimmel ungetrübt. Warten wir ab!
Die Uhr tickt. Covid-19 hat auf Autofahrerinnen und Autofahrer starke Auswirkungen. Laut des allwissenden Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) flossen im 1. Halbjahr 2020 – gegenübergestellt zur selben Zeit im Vorjahr – deutlich weniger Diesel und Benzin in die Tanks ihrer Fahrzeuge, da merkbar weniger gefahren wurde. Gut erkannt! Zudem lagen die Spritpreise um etwa ein Zehntel günstiger als vor einem Jahr. So sparten sich die Autofahrerinnen und Autofahrer mehr als eine Milliarde Euro. Dass der Staat dadurch auch weniger Steuern lukrieren konnte, wollte oder konnte der mit Steuergeldern am Leben erhaltene VCÖ nicht durchschauen. Empörend!
Da passt die Steuergeldprasserei zum Beispiel mit dem mobilen Schwimmbad am verkehrswichtigen Wiener Gürtel recht gut in unsere krass gewordene Antiautostimmung. Eine Idee übrigens, die dem von solch einem Geistesblitz Getroffenen im Normalfall die Einweisung in eine geschlossene Anstalt einbringt.
Exakt diese Leute eilen mit lauten Worten in die Öffentlichkeit, um vor allem das Auto zu verdammen, wobei sie es oft selbst gerne benutzen, ja brauchen. Dennoch befinden sie sich im geistigen Leerlauf und ihnen fehlt zunehmend das Geld für ein eigenes Auto. Empörend und unentschuldbar!
Vor 2022 kommt das Handelsgeschäft nicht zurück, stellen wir desillusioniert fest. Wir fürchten, die Schulden aus der Pandemie könnten die jungen Leute überfordern, viele Generationen werden die Rechnung der Staatsverschuldung nicht begleichen können. Begründet sind daher die Sorgen, dass stupide grüne Ideen unser Leben zusätzlich verteuern, ohne dem Klima nachhaltig zu helfen.
Zum Schluss an die Weltverbesserer aller IQ-Levels: „Zwischen den Köpfen muss eine Armlänge Distanz sein. Die braucht es, um zu begreifen, dass das Auto nach wie vor ein Symbol für Freiheit und Fortschritt ist, das nach dem Wohnen die zweitwichtigste Investition für Menschen in Industriestaaten ist. Viele Jobs sind davon abhängig, diese bringen Amazon & Co. nicht im Packerl nach Hause.
Fridays for Future-Bewegte können am Wiener Gürtel im kühlen Nass ihre heißen Köpfe abkühlen. Die Fridays-for-Hubraum-Masse muss ohnehin cool bleiben, um als Systemerhalter von Wirtschaft und Demokratie Oberwasser zu behalten.
Jetzt denken wir, ohne gleich empört zu sein, im Homeoffice darüber nach und lassen das Wählervolk entscheiden.
