Weil die Grünen net wolln, nutzt es gar nix, Funktionäre schreit net herum, bleibt schön stumm, sagt, es war nix, deuten wir Hans Mosers sentimentalen Wienerliedtext in die Gegenwart. Die Wirtschaftstreibenden, organisiert in der WKÖ, fühlen sich von der Regierung im Stich gelassen. Verkehrsministerin Leonore Gewessler bedient rücksichtslos ihre fundamentale Basis und Kanzler Kurz verfügt „die Füsse still zu halten“.

Doch die Mitglieder wollen nicht mehr weiter kopflos herumrennen, vielmehr dem grünen Ideologiepartner in der Koalition mit der türkisen ÖVP in die Parade gehen.

Grund der Verärgerung ist, dass lediglich E-Automobile gefördert werden und Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren davon kategorisch ausgenommen bleiben. Gewesslers Entscheidung scheint sakrosankt und Kurz will den Teufel nicht herausfordern, schon wieder die Koalition zu sprengen. Denn eine dritte Kurz-Kanzlerschaft entscheidet nicht der Herrgott, sondern der Wähler und der weiß am Ende warum!

Viele Unternehmen sind wütend, verwirrt und fühlen sich in Zeiten der Corona-Krise allein gelassen. Es braucht einen leistbaren Fuhrpark, um die Wirtschaft am Leben zu erhalten, ist eine die allgemeine Wirtschaft betreffende zwingende Notwendigkeit, skandieren sie noch leise. Der Autohandel ist hier die ausführende Instanz, auch wenn selbst davon stark betroffen.

Einzelhandelssprecher Ing. Josef Schirak macht das Dilemma deutlich, als er sagte, dass aus politischer Perspektive die Regierung auch die wirtschaftlichen Auswirkungen im Blick haben müsse. WKÖ-Generalsekretär Karl-Heinz Kopf fürchtet jedoch jede Art der politischen Konfrontation mit den Grünen, sein Chef und Kurz-Intimus Harald Mahrer ängstigt nichts mehr als eine Niederlage und setzt daher Gewesslers ideologisch getriebenen Handlungen keine Grenzen. Ob das in der aktuellen Wirtschaftslage nicht kurzsichtig ist ...

Selbstständige, Geschäftsinhaber und Angestellte machen ihre Entrüstung über die wirtschaftliche Notlage in den sozialen Netzwerken publik. „Realitätsfremd“ und „abgehoben“ sind dabei die milderen Vorhaltungen. Viele halten das „Nichts tun“ der Unternehmervertretung für beleidigend, fördere sie doch eine „neue Armut“.

Unternehmer, die niemals gedacht hätten, dass es sie treffen würde, müssen heute staatliche Unterstützung beantragen. Immer mehr Menschen sind ohne Job. Bildung für die Arbeitslosigkeit ist eine schlechte Perspektive.

Hunderttausende Arbeitslose wollen die Grünen riskieren, um ihrer Weltretterideologie zu frönen. Neuerliche Einschränkungen aus Furcht vor einer zweiten Corona-Welle wird weiteren Arbeit gebenden Unternehmen die Lebensgrundlage schmälern. Aber wir halten weiter die Füsse still!

Jetzt wird einmal Urlaub verordnet, auch wenn sich das immer weniger Leute leisten können.

Die Daheimgebliebenen lassen sich indes eine neue Umweltverschmutzung vorrechnen, ein Forscherteam mit „österreichischer Beteiligung“ hat vorgerechnet, dass allein aus dem Straßenverkehr jährlich 140.000 Tonnen Mikroplastik in Form von Gummireifen- und Bremsbelagabrieb in die Weltmeere gelangen und in die Arktis. Schuld daran tragen die verstädterten Gebiete rund um den Globus. Für Gewessler Anlass, mit neuen Einschränkungen dem Wirtschaftsmotor Mobilität mit weiteren Einschränkungen zum Stottern zu bringen. Koste es, was es wolle?

Doch auch die Öffis verschleißen Reifen und Bremsen. Aber im Refrain Hans Mosers bleibend: Wenn die Grünen net wolln, nutzt es gar nix. Seid nicht bös', net nervös. So ist es jetzt, so bleibt es aber nicht für ewige Zeit. Die nächsten Wahlen kommen bestimmt!