Mit Corona kommen neue Wutbürger hinzu. Düstere Prognosen mit wachsender Angst vor Jobverlust schaffen ein hohes Maß an Unzufriedenheit, suggerieren uns öffentliche Medien. Die Automobilimporteure kollaborieren z. B. mit den Grünideologen, auch wenn sie in der jüngsten E-Mobilitätsförderung keine Covid-19-Unterstützung erkennen.
An 4 Prozent E-Fahrzeuge-Bestandsanteil wird Klimaschutz betrieben. Importeurssprecher und stellvertretender Bundesgremialobmann (ergo Hüter der Kfz-Händlerinteressen) Günther Kerle muss sich – Diplomatie nennt sich das – vor den grünen Karren spannen lassen und zahlt an diesem 93-Millionen-Euro-Paket kräftig mit. Klimaschutzministerin Leonore Gewessler lässt keinen Zweifel daran, die Neuzulassungen in den nächsten Jahren massiv in Richtung emissionsfreie Fahrzeuge zu verschieben. Koste es, was es wolle!
Der Fahrzeughandel samt seinem obersten Gremialherrn Klaus Edelsbrunner schweigt vornehm dazu. Ein Steirer wird doch einer grundsätzlich sympathisch wirkenden steirischen Umweltministerin doch nicht ins politische Geschäft pfuschen. Wirklich nicht! Für Konjunkturmaßnahmen, wie in Corona-Zeiten das auch die heimische Autowirtschaft bräuchte, ist kein Platz. Da können sich die Schützingers (Porsche), Apfalters (Magna), Strassls (Denzel), Hödlmayrs (Autologistik) etc. mit ihren Tausenden Arbeitsplätzen im Rücken die Hacken abrennen: Die Unternehmerpartei ÖVP juckt das im Augenblick nicht.
95 Prozent des heimischen Fahrzeugbestandes ist fossil motorisiert. Dafür gibt es nichts, jedoch die Chance, ab Herbst zusätzlich besteuert zu werden. Von irgendwo muss ja auch wieder frisches Geld für den Finanzminister hereinkommen.
Dem Autohandel geht es derweilen gut, lauscht man andächtig den Branchengurus. Seit Mai/Juni läuft es bei allen besonders gut. Die bestellten Neuwagen werden ausgeliefert, die Gebrauchtwagen gehen kraft gehöriger Abschläge weg wie die sprichwörtlich „warmen Semmeln“. Die zahlreich mit alten WLTP-Abgaswerten auf Halde stehenden Jungwagen wandern jetzt schmückend in die Neuzulassungsstatistik.
Nach dem Urlaubsansturm darf der Autohandel einen Run auf neue Fahrzeuge erwarten und die fesche Steirerin unterstützt das mit autofreien Innenstadtkonzepten. E-Autos davon auszunehmen, kommt ihr nicht in den Sinn! Auto ist Teufelszeug!
Währenddessen nähert sich unheilvoll eine zweite Coronawelle, die wiederum öffentliche Massenverkehrsmittel in die Defensive drängen wird. Macht auch nichts, dafür gibt es ja steuerfrei das E-Fahrrad in allen seinen Ausprägungen in sündhaft teuer ausgebauten Begegnungszonen.
Im Schulterschlusspapier mit Gewessler wünscht sich Kerle für die mitunter am schwersten von der derzeitigen Krise betroffene Autoindustrie spezielle Konjunkturmaßnahmen, um ihr Überleben zu sichern. „Leider sind aber beispielsweise im nun vorliegenden Entwurf des Konjunkturstärkungsgesetzes bei Maßnahmen wie der degressiven Abschreibung, die an und für sich sehr positiv zu beurteilen ist, Pkws dezidiert ausgenommen und nicht einmal E-Fahrzeuge inkludiert.
Das grenzt angesichts 315.000 Arbeitsplätzen in der heimischen Automobilwirtschaft mit 26 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung an Diskriminierung. Kerles diesbezügliche Wortwahl verhallte unwidersprochen.
Das Problem der Branche mit der Politik ist derzeit auch, dass die E-Auto-Technologie noch zu wenig von den Kunden angenommen wird.
Diese Krise wird dauerhafte Spuren in unserer Gesellschaft hinterlassen. Alle mokieren sich über den Hass in sozialen Medien. Besonders gegen das Auto wird getrommelt. Hate Speech und Desinformationen tauchen oft zusammen auf und können schwerwiegende Offline-Konsequenzen wie Anstiftung zu Gewalt haben. Wie kommen wir aus der Situation heraus, ohne unsere Freiheit zu opfern? Ich denke, dass wir auch Regulierungen brauchen, um demokratisch gerechtfertigte mobile Freiheit zu erhalten und unsere Meinungs- und Entscheidungsfreiheit nicht von ideologisch orientierten Gruppierungen aus der Gesellschaft gedrängt werden.
Das 2. Halbjahr 2020 wird uns der Realität ein Stück näher bringen!
