In der Corona-Krise gerät die Autowirtschaft noch dramatischer zwischen die politischen Fronten als zuvor. Vor allem die extrem hetzerischen Aktionen der Klimaaktivisten und die industriellen Lügengebilde rund um Abgasnormen bilden ein wirkungsvolles propagandistisches Werkzeug, das genüsslich von der Tagespresse missbraucht wird.
Seit geraumer Zeit sind unter Anleitung grün orientierter Aktivisten Weltverbesserer unterwegs, das „fossile“ Automobil zu verteufeln. Arbeitsplatzverluste spielen denen keine Rolle, ebenso Steuereinnahmenverluste in üppiger Milliardenhöhe. Nahezu befremdlich ist, dass die Türkisen als Wirtschaftspartei unsere Brancheninteressen mit Füßen treten, hingegen die Grünen die Hand zur wirtschaftlichen Belebung der Automobilbranche ausstrecken. Verrückte Welt!
Währenddessen jubeln die Autoimporteure über erfreuliche Verkaufszahlen im Mai und Juni, die Orderbücher, hört man oberflächlich hin, quellen über und die Service-Auslastung in den Werkstätten ist super. Dass sich die echten Neuwagen-Orders aufgrund unsicherer Lieferzeiten in Grenzen halten, wird verschwiegen. Indes versorgen sich findige Markenhändler quer aus EU-Europa mit Nachschub aus Tageszulassungsbeständen – mit Preisabschlägen ab 45 Prozent vom Listenpreis.
Nun ist zu hoffen, dass der Abbau von Lagerware keine reinen Vorziehkäufe sind und in der 2. Jahreshälfte der Neuwagenverkauf mangels Job und Kaufkraft nicht „einschläft“. Besonders dann, wenn die Förderangebote sich nur auf reine E-Fahrzeuge konzentrieren und auf Verbrenner-Autos neuerlich eine Steuerbelastung draufgepackt werden könnte. Nichts ist unmöglich!
Ich traue den grünen E-Auto-Förderangeboten nicht, weil die Jahresneuzulassungsmenge – ohnehin heuer vermutlich um 100.000 weniger – immer noch zu erheblichen Anteilen aus konventionell betriebenen Automodellen zustande kommen wird. Irgendwo muss ja auch der grüne Koalitionspartner die Steuern herbekommen. Siehe das Beispiel Tabaksteuer: Rauchen verboten, aber Zigarettenkauf möglich = 1,8 Milliarden Euro Steuereinnahmen im Jahr!
Bei der momentan festzustellenden Türkis-Lethargie unserer Autowirtschaft gegenüber könnten die „grünen“ Umweltretter aus unterschiedlichen Motiven heraus zu massiven Steuer(ungs)maßnahmen greifen, fühlen sie sich im Klimaschutz-, Umwelt-, Energie- und Mobilitätsministerium immer ungehinderter am Werk – siehe „Autoaussperrung“ aus der Wiener Innenstadt.
Natürlich braucht es ein Umdenken in unserer Gesellschaft und Klimamaßnahmen gehören dazu. Das Problem der Hass-Tiraden gegen das Automobil darf jedoch nicht ausarten.
Ohne die Freiheiten in der Informationspolitik zu schmälern, steht es auch unserer Autowirtschaft frei, aktiv für ihre Interessen auf die Barrikaden zu gehen. Aktivist(in) zu sein ist kein Privileg der jungen Generation.
