Knappe 40 Prozent Neuzulassungsminus 1-5/2020 bei Pkws wird als Erfolg gewertet. Der Mai sei weniger drastisch ausgefallen, was in den kolportierten Rohdaten von den Marktteilnehmern recht eigenwillig interpretiert wird. Faktisch zeigt die Statistik nur in eine Richtung: nach unten! Im Gegenzug wird das Gebrauchtwagengeschäft einen Boom erleben, schreien uns die Marktgestalter enthusiastisch entgegen.

Während in Deutschland ein Konjunkturpaket mit zeitlich begrenzter 2 Prozent Mehrwertsteuersenkung für die gesamte Wirtschaft auf den Weg gebracht wird, verharrt Österreichs „Koste-es-was-wolle“-Regierung im Stillstand. 2.000 Euro Ökoprämie scheitern am Veto von Verkehrsministerin Gewessler und Finanzminister Blümel – sich auf die Message Control der Wirtschaftskammer verlassend, hat angesichts der sich „verbessernden Absatzzahlen im Mai keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. Es läuft!

Das E-Auto soll gefördert werden! Nur ist die Verfügbarkeit nicht gegeben, weder bei uns noch in Deutschland oder anderswo in der EU. Von der Senkung der Mehrwertsteuer würden private Käufer von Kraftfahrzeugen in allen Klassen, Preissegmenten und mit allen Motoren profitieren. Ob speziell diese Maßnahme zu größeren Volumeneffekten auf dem Automarkt führt, wird sich in den kommenden Monaten herausstellen.

Trallala und hopsasa: Die meisten öffentlichen Medien beschäftigen sich mit Urlaub und Wirtshausbesuch samt den Tischen statt den Autos auf der Straße. Ein wachsender Teil der Bevölkerung hingegen kämpft mit Existenzsorgen, was politisch im Augenblick zu vernachlässigen ist. Und die Autowirtschaft ist sowieso eine Branche der permanenten Zuversicht. Österreich feiert Lockerungen und frisiert Statistiken. Der Staat zahlt eh alles!

Ja die Wirtschaft trägt Maske, ist der Corona-Spuk einmal vorbei, wird diese wieder fallen. Das kann entlarvend sein! Die Klimaretter eignen sich kaum als Konjunkturretter. Sie artikulieren sich mit medialer Hilfe lieber aus der Distanz und basteln an der „größten“ Plakatkampagne, die dann die Müllabfuhren auf Allgemeinkosten entsorgen dürfen.

Und mit den Radfahrern ist auch kein Staat zu machen. Zwei Drittel aller neuen Räder werden ohne eigene Muskelkraft angetrieben, auf Straßen, für die die Radler nichts bezahlen, jedoch unverschämt viel verlangen. Heuer, wenn rund 100.000 Neuautos weniger verkauft werden und dementsprechend Steuern in Milliardenhöhe dem Finanzminister entgangen sein werden, wird auch der Ruf nach Radsteuern laut werden. 

Auch bei City-, Cross-, Mountain- oder Trekkingbikes darf es eine Luxussteuer geben. Entsprechend teures Outfit, das für die fahrerische Selbstüberschätzung wie beim SUV unentbehrlich ist, würde auch eine höhere Mehrwertsteuer rechtfertigen. Bekanntlich verdrängt der Stärkere immer den Schwächeren.

Und für das lustvolle Fußvolk auf extrabreiten Gehsteigen und teuren Begegnungszonen wird sich auch eine Wegesteuer verlangen lassen. Oder es bleibt zu Hause (Homeoffice) und lässt sich via Amazon beliefern – diese Dienstleister zahlen ja leider keine Gewinnsteuern im Land.

Bei allen Gedankenspielen, nach Covid 19 wird alles anders sein. Aufbruchstimmung kommt auf: Homeoffice statt volle Öffis, Videokonferenzen statt umherreisen! Ferien in Österreich statt Billigflüge. Hochachtung für schlecht bezahlte Systemerhalter! Ein Hoch auf den Gemeinsinn!

Respekt für die Risikogruppe, der auch ich angehöre – bis das Virus besiegt und alles wieder normal ist.