50 Schülerinnen und Schüler von der „Friday for Future“-Bewegung kampieren mediengerecht vor dem Regierungssitz am Wiener Ballhausplatz, um der „fossilen Vergangenheit“ ihre Auffassung von Mobilitätswende entgegenzuschreien. Sofort flimmern Bilder davon in unsere Wohnzimmer, wie die Kinder saturierter Eltern unter Transparenten wie „Gemeinsam hinter der Wissenschaft“ ihre Version der Klimarettung träumen.
Die von Covid 19 gelähmte Wirtschaft beschert uns hingegen jetzt schon allein in Österreich über eine halbe Million Arbeitslose, über 1,2 Millionen Kurzarbeitende und wir haben noch eine lange Auseinandersetzung mit der Pandemie vor uns.
Und was macht unsere Kfz-Wirtschaft, woraus (NOCH!) 500.000 Menschen ihren Lohn schöpfen? Sie lässt sich von der Politik lustvoll als Klimaverschmutzer vorführen, zahlt brav exorbitante Steuern, finanziert u. a. Experimente einer wirtschaftlich ineffizienten Radfahrerlobby. Dagegen etwas unternehmen? Fehlanzeige: Rabattorgien statt Solidaritätsaktionen sind die Antwort auf die schütter gewordene Autokundschaft!
Vielen Schönwetterformulierungen zum Trotz, steht der Autohandel im Mai bei maximal 40 Prozent Pkw-Neuzulassungen. Auch Jung- und Gebrauchtwagen wollen nicht vom Platz rollen und belasten schwer die Liquidität der Händler.
Die Wirtschaftskammer schließt indes ihre eigenen Funktionäre aus den politischen Gesprächen aus, redet mit möglichst allen, auch die Fahrzeugwirtschaft ist darunter. Ergebnis: Keines, es heißt abwarten. Die Sondierungsgespräche werden fortgesetzt. KOSTE ES WAS ES WOLLE!
Von den Importeuren ist auch keine öffentliche Hilfe zu erwarten, ärgern sich die zurückgedrängten Branchenvertreter und eine eigenständige Agenda kann die Berufsgruppe Fahrzeughandel- und service schon lange keine mehr setzen. Von dubios finanzierten Verbänden ermahnt, soll die Autobranche nachhaltig in Klimaschutz investieren, die Hersteller sowieso. Das Credo der Staatslenker ist einfach: Solange ein wirtschaftlicher Totalcrash vermieden werden kann, braucht es in der notleidenden Wirtschaft (= Arbeitgeber) keine Überzeugungskraft.
Ruft unsere Branche nach einem medialen Paukenschlag in Richtung „Ökoprämie“, schon bremsen die Hersteller mit dem Verweis auf abzuwartende Ereignisse in der Politik, um jedoch auch ihr eigenes Süppchen zu kochen. Jede Marke denkt nur an ihren hauseigenen Aktionsplan. Der Funktionäre Stimme, in tiefer Sachkenntnis der lokalen Ereignisse, werden von ihrer Wirtschaftskammer „ausgebremst“ oder schlichtweg nicht gebraucht.
Währenddessen werfen die Autohersteller im bescheidenen Ausmaß medienwirksam ihre Fabriken wieder an. Aber wozu auch sollen sie produzieren, wenn a) die Höfe der Vertriebsorganisationen überall noch voller „alter“ Neuware überquellen und b) frische Produktionsware gar nicht ausreichend nachgefragt ist. Auch nicht das E-Auto!
Sixt, ansonsten ein solider Mobilitätsverwerter in Diensten der Fahrzeugindustrie, hat innerhalb von 2 Monaten 24 Prozent seines Eigenkapitals verloren und jetzt von einem Bankenkonsortium 1,5 Milliarden Euro Kredit erhalten, unter anderem von Bank Austria, die ansonsten ohne Staatsgarantie klammen Kleinunternehmern keinen müden Euro locker macht. Hans Sixt, immer für gute Werbesprüche zu haben, nennt sein Rettungspaket „revolvierende Kreditlinie", er kann also innerhalb der 2 Jahre Laufzeit ständig wiederholbar auf liquide Mittel zugreifen. Die Aktionäre verzichten auf ihre Ausschüttungen, greifen jedoch ungeniert nach der Hyundai-Creditbank. So geht das Kräftemessen!
Die Grünen in der Regierung werden immer kecker und annektieren Straße um Straße für ihre steuerfreien Radfahrerzwecke, um die steuerzahlende Autowirtschaft weiter zu traktieren. Grün spaltet die Gesellschaft und die unternehmerfreundliche türkise Wirtschaftspartei lässt sie gewähren. Sie hat ja die Medien im Griff. Kurz, Kogler & Co. nutzen das momentane Bedürfnis der Bevölkerung nach Zusammenhalt und politische Stabilität für ihre Ideologische Ausbreitung.
Damit ist es aber vorbei, wenn die Versprechungen – KOSTE ES WAS ES WOLLE – nicht eingehalten werden können. Darauf bewegen wir uns zu. Zugleich erkennen wir, in wie hohem Maße die Jobs unsicher und schlechter bezahlt werden. Der Einzelhandel, der unsere Versorgung garantiert, wird mutwillig ausgehebelt. Im Fahrzeughandel, zwar Systemerhalter der individuellen die Demokratie schützenden Mobilität, fehlt weiterhin jede Überzeugungsarbeit für eine Ökoprämie für alle Antriebsarten.
Aus dieser Erkenntnis heraus bleibt zunächst nur der Rat, dass sich die notleidende Kfz-Wirtschaft ihre Zelte packt und auch auf dem Ballhausplatz kampiert. Wenn das auch die Reise- und Touristikbranche macht, wird es eng im Regierungsviertel für die „Fridays-for-Future“-Träumer, überhaupt wenn die massenhaft Arbeitslosen sich dann auch noch mit ihren Forderungen dazulegen. Bei Platzmangel stehen 6 Kilometer Ringstraße zur Verfügung. Dann haben die Grünen – wenn auch ungewollt – ein Ziel erreicht: „Rasen am Ring“ ist vorbei und Politikerinnen im Zuschnitt einer Leonore Gewessler können wie einst die schwarz-blaue Schüssel-Regierung, um von den Protestierenden unbehelligt zu bleiben unterirdisch ihre Büros erreichen: Der Populismus hat Corona, der Branchenzusammenhalt sowieso.
