Wie wir berichteten, veräußerte Janina Havelka-Janotka den 1979 von ihrem Vater Heinz Havelka gegründeten Honda-Suzuki-Markenbetrieb Auto Havelka Kraftfahrzeughandels- und Reparaturgesellschaft m.b.H./1180 Wien an den Tullner Autohändler Martin Preyer. Nun meldete Preyers Geschäftsführer Alexander Schießling beim zuständigen LG St. Pölten ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung an. Das zuletzt 22 Angestellte umfassende Unternehmen vermarktete im letzten Geschäftsjahr rd. 120 Honda- und 80 Suzuki-Neuwagen, dazu 50 Roller und rund 120 Gebrauchtwagen. Bereits am 5. Mai findet eine erste Sichtung durch den Masseverwalter Dr. Walter Anzböck im Wiener Betrieb statt. Es wird zunächst von einer Fortführung des Betriebes am Standort ausgegangen.

Preyer erklärt, schon per Ende 2018 habe die Bilanz von Auto-Havelka ein negatives Eigenkapital ausgewiesen, mittels externer Unterstützung hätten externe Restrukturierungsmaßnahmen geholfen, das negative Eigenkapital per 31.12.2019 nahezu zu halbieren. Aus diesem Grund wurde auch eine positive Fortbestehensprognose durch einen Unternehmensberater abgegeben, die davon ausging, dass die eingeleiteten Maßnahmen künftig für positive Jahresergebnisse und Cashflows sorgen können.

Durch die von der Regierung aufgrund der Corona-Situation verordnete Betriebsschließung konnte dieses Konzept nicht mehr umgesetzt werden und die auf Lager stehenden Neu- und Gebrauchtwagen konnten nicht plangemäß veräußert werden. Die Einleitung weiterer Schritte wurde notwendig. Der neue Eigentümer Preyer sei – nach den Vorgaben der Insolvenzordnung – in der Verantwortung gewesen, weitere Schritte zu setzen, zumal Verbindlichkeiten in Höhe von 1,8 Mio Euro aufgrund des Fehlens der Möglichkeit zum Verkauf nicht mehr bedient werden konnten. Ohne den Covid-19-bedingten Umsatzeinbruch hätten die Restrukturierungsmaßnahmen fortgeführt werden können.

Eine Fortführung des Unternehmens unter Verschlankung der Struktur ist beabsichtigt. Auto Havelka hat dazu beim zuständigen Landesgericht St. Pölten bereits einen Sanierungsplan eingebracht. Danach erhalten die Gläubiger eine Quote von 20 Prozent binnen zwei Jahren ab Annahme des Sanierungsplanes. Insolvenzverwalter ist Dr. Walter Anzböck. Gläubigerversammlung und Berichts- und Prüfungstagsatzung finden am 30.06.2020 statt. Forderungen sind bis 16.06.2020 anzumelden.

Die bestehenden Markenverträge sollen – die Zustimmung der Importgesellschaften vorausgesetzt – fortgeführt werden. Gespräche mit den bisher finanzierenden Banken werden bereits geführt. Der Standort in 1180 Wien steht bis 31.12.2021 zur Verfügung. Der Firmensitz des Unternehmens wurde aus diesem Grund bereits nach Tulln verlegt, wobei – nach Findung eines neuen Standortes – eine Fortführung in Wien beabsichtigt ist.