Während in Deutschland das von Volkswagen gemachte Vergleichsangebot zwischen 1.350 und rund 6.500 Euro an Dieselfahrzeugbesitzer mit Zulassungsdatum vor September 2015 laut Zeitungsberichten mit nahezu 95 Prozent angenommen wird, geht Österreichs Klägerszene hier leer aus.

Laut der Fachexpertin im Verbraucherschutzverein Mag. Lydia Ninz haben 300 der 1.100 in Österreich und Südtirol durch den Dieselskandal benachteiligte und aus dem deutschen Sammelklageverfahren ausgeschiedene Fahrzeughalter bis dato bereits mitgeteilt, dass sie VW in Deutschland mithilfe eines Prozessfinanzierers klagen werden. „Auch die anderen 800 könnten noch klagen, haben bis dato jedoch noch keine Entscheidung getroffen.“

Ninz weiter: „Es gibt ja derzeit keinen Grund zur Eile, weil die Musterfeststellungsklage erst Ende April zurückgezogen wird und ab dann erst die Leute ,frei‘ sind, selber zu klagen.“

10.000 Autokäufer sind in der Sammelklage des VKI in Österreich derzeit in der Warteschlaufe, bis der Europäische Gerichtshof über die Frage entscheidet, ob ein Verfahren gegen den VW Konzern mit Sitz in Wolfsburg in Österreich angestrengt werden kann. Eine Vorentscheidung ist gefallen, der Generalanwalt ist dafür, diese Klagen in Österreich zuzulassen.

„Einige Tausende“ haben VW bzw. Händler bereits individuell in Österreich geklagt. Wie viele genau, ist nicht bekannt, weil viele Verfahren mit einem Vergleich beendet wurden, über die Stillschweigen vereinbart wurde.

Einige Hundert österreichische Fahrzeughalter haben VW individuell in Deutschland geklagt, darunter auch Hunderte mithilfe des Verbraucherschutzvereins (VSV), der im Oktober 2019 über einen Prozessfinanzierer die Möglichkeit bot, für 250 Fälle aus Österreich in Deutschland zu klagen. Diese Klagen sind bereits alle eingebracht. Ninz: „Üblicherweise dauert es 9 Monate bis zu einer Entscheidung.“

Die VW-eigene Porsche Holding Salzburg sieht keinen Anlass, deutsche Entwicklungen in der Sammelklage-Affäre zu kommentieren.