Aufgrund der Erfahrungen der (nur bedingt vergleichbaren Finanzkrise 2008/2009) könne die Erholung der Nachfrage deutlich länger dauern als zunächst angenommen, ebenso die der PKW-Restwerte: Der Wertverlust 3-jähriger Gebrauchter sei in den meisten Fahrzeugsegmenten etwa in den ersten 6 bis 9 Monaten nach dem Crash deutlich geringer gewesen als in den darauffolgenden 2 Jahren: Kurzfristig seien die Werte damals im Schnitt um 1,3% zurückgegangen, mittelfristig habe der Wertverlust allerdings rund -6% betragen.
Die beiden Best-Case Szenarien gehen von einem nur kurzen, aber heftigen Einbruch und einer mehr oder weniger schnellen Erholung des Marktes, das mittlere von langsamer Erholung auf das Vor-Krisen-Niveau aus, wobei die Länge der Talsohle stark vom weiteren Verlauf der Infektionsstatistik und damit verbundener wirtschaftlicher Schäden abhängen werde. Die beiden Worst-Case Szenarien setzen eine lange Rezession mit langfristigen negativen Effekten auf die allgemeine Wirtschaftslage und Nachfragesituation voraus.
Auf Basis der aktuellen Marktsituation sei die Wahrscheinlichkeit für die Szenarien „langsame, U-förmige sowie mittelmäßig schnelle V-förmige Erholung ähnlich groß“.
Aktuell sei eher von einer langsamen oder mittelmäßig schnellen Erholung auszugehen, sagt Robert Madas, Valuation Insights Manager von Eurotax Österreich. „Auf den plötzlichen Einbruch folgt voraussichtlich keine sehr steile Erholung, sondern eine mittelmäßig schnelle oder langsame Wiederbelebung des Marktes.“ Allerdings sei es derzeit noch zu früh für eine abschließende Prognose der Folgen auf die Gebrauchtwagenmärkte. Derzeit seien bereits erste positive Anzeichen im Hinblick auf die täglichen Neuinfektionen zu verzeichnen, die hohen Kosten für die zur Eindämmung der Pandemie notwendigen Maßnahmen aber deutlich zu spüren.
Entscheidend für die Restwert-Entwicklung werde das Zusammenspiel zusätzlicher Rabatte und der Nachfrage sein, so Madas. Sollten aufgrund der Krise vor allem am Neuwagenmarkt für einen längeren Zeitraumungewöhnlich hohe Rabatte gewährt werden, erwarte Eurotax heuer „einen moderaten Wertverlust von rund minus 1% bis 2%“. Mittelfristig sei allerdings von „stärkerer Anpassung der Restwerte im Ausmaß von rund 3% bis 4% auszugehen.“ Im Fall kurzfristig gewährter hoher Rabatte am Gebrauchtwagenmarkt wäre wiederum von einem höheren Wertverlust noch in diesem Jahr auszugehen, wobei die Werte mittelfristig stabiler sein sollten, „vorausgesetzt, die Rabatte am Neuwagenmarkt halten sich im Rahmen“.
Eine Einschätzung zu den Top-5-Märkten Europas finden Sie unter: https://www.eurotax.at/marktanalysen/rw-szenarien-aus-der-corona-krise/
