Dazu gehören einerseits Militär-Lkw für die Armeen, an die ein österreichisches Unternehmen Verteidigungsmaterial liefern darf und andererseits Zivil-Lkw, die stets ein wenig aus dem Rahmen des MAN-Standardbaukastens fallen. Welche Vielzahl an Maßnahmen erforderlich ist, um im Ernstfall das Leben eines Militärangehörigen zu schützen, wurde bei der Werksführung deutlich, bei der trotz sehr interessanter Fahrzeuge auf dem Band strenges Fotografierverbot herrschte.
Dass die Geschäftsfelder Militär- wie Zivilfahrzeuge bereits seit Anfang des Fahrzeugbaus zum Werk in Liesing zählten, erläuterte Stefan Reitgruber, der Obmann des Vereins der Freunde der österreichischen Automobilfabriken: Er erklärte, wie aus den ursprünglich auf dem Markt konkurrierenden Unternehmen Gräf & Stift, ÖAF (Fiat Werke Wien – Österreichische Automobil Fabrik vormals Austro Fiat ) und in der Folge Steyr, die an unterschiedlichen Standorten in Wien tätig waren, 1971 die ÖAF Gräf & Stift AG wurde, die 2004 unter MAN Nutzfahrzeuge die lange bestehende MAN-Beteiligung öffentlich machte und daraus die heutige Rheinmetall-MAN Military Vehicles GmbH entstand.
Reitgruber wies im Rahmen des Vortrags auf die praktische Traditionspflege hin, die Vereinsmitglieder mit Forschung, Dokumentation, Erhaltung und der Aufarbeitung von Oldtimern aus österreichischer Produktion leisten.
Da außer Lehrern der Berufsschulen auch zahlreiche Lehrlingsausbildner verschiedener Hersteller sowie Firmenvertreter Gäste der Veranstaltung waren, ging es anschließend bis zum Ausklang um die Themen, die bei der Ausbildung der Lernenden im Vordergrund stehen: Kandidatenauswahl, Lernbereitschaft und Begabung für Berufe, deren Inhalte zunehmend komplexer werden. •
