Uns Menschen wird von der Politik das Denken abgenommen. Für alles und jedes gibt es inzwischen eine App, damit uns die geheimen Mächte anhand unserer elektronischen Verhaltensprofile vorschreiben können, wie viel sauberer als die eigene Umwelt die jeweils andere zu sein hat. Es wird nicht mehr lange dauern, bis das, was aus dem Auspuff rauskommt, sauberer ist als unsere Umweltluft. Aber die Geschichte kennt keinen KONJUNKTIV!
Sozialkritische Freunde des gepflegten Autobashings würden wohl sagen, das Auto sei so wie die Jokerkarte im scheinbar aussichtslosen Kampf gegen die vollkommene Verblödung der Gesellschaft. Es wird die Welt retten. Vermutlich.
Bei allen Vorteilen der Antimobilitätsstimmung birgt der Streit auch gewisse Gefahren. So haben Forscher bei Probanden gegen die freie Mobilitätswahl enorme Langzeitschäden festgestellt. Nicht wenige bewegen sich nach Jobverlust und Sozialdegeneration realitätsfern und finden sich im Alltag nicht mehr zurecht. Kein Witz, das ist alles suggeriert. Ein paar Probanden wurden sogar Politiker. Ex-Kurier-Herausgeber Helmut Brandstätter tritt zur nächsten Nationalratswahl an, um der Welt zu helfen.
Aber niemand will hier den Teufel an die Wand malen. Die Rettung der Welt wird doch noch ein paar Opfer fordern dürfen. Diese Glosse habe ich auf dem Weg zur Ennstal Classic geschrieben, dort jede Menge Automenschen getroffen, die nicht nur dem alten Gefährt frönen, sondern auch meinen, die Sache mit der Klimakatastrophe aussitzen zu können.
Den Kfz-Betrieben entlang der Strecke geht es allen gut, die Werkstätten seien knackevoll, nur fehle ihnen das Fachpersonal. Der Fahrzeughandel schleppe sich dahin und niemand will daran denken, dass in 5 bis 7 Jahren die Altbestände, die heutige Reparatursubstanz, wegschmelzen werden wie das unwiederbringliche Gletschereis.
Kaum jemand wagt es, den „Antiwachstumsaktivisten“ in den Parlamenten zu widersprechen. Brancheninsider vermuten jedoch, dass Abgas-Fanatiker der Hauptgrund dafür sind, dass die Autowirtschaft noch nicht alle Automobilisten verloren hat: Auf einem E-Fahrrad oder E-Roller durch Regen, Schnee und Wind tourt es sich weit weniger angenehm als im klimatisierten Auto.
Dagegen aufmucken? Lieber zahlen die Autofahrer für die Elektro-Schrott erzeugenden Pseudoumweltschützer weiter die Steuern.
Mit einer entsprechenden App könnte die „klimanarrische“ Politik gefahrlos Verkehrswegnutzer mit elektrisch angetriebenen Fahrrädern oder Scootern zu Steuerzahlern erziehen? Wie wäre es damit, gegenzusteuern. UND: Die Geschichte kennt keinen KONJUNKTIV, nur die entsetzliche Wahrheit. Von all dem war bei der Ennstal Classic nichts zu spüren. Den Geldleuten hat es gefallen und die Fremdenzimmer für das normale Autovolk ringsherum bleiben vielfach leer. Schöne Ferien! •
