Sie zeichnet sich, sowohl beim Männchen als auch beim Weibchen, durch auffälliges Verhalten, vor allem im Straßenverkehr, aus: Oft sonnenbebrillt und mit Kopfhörern zugestöpselt wandeln Smombies wie Traumtänzer über Kreuzungen, attackieren Einparkende mit Vorliebe an Front und Heck, rammen andere Passanten oder Straßenschilder –  denn ihr Blick ist starr auf den Screen ihres Smartphones gerichtet.

Was immer auch geschehen mag – der gemeine Smartphone-Zombie ist auch bei massiver Gewaltanwendung kaum von seinem Bildschirm zu trennen. Übrigens beobachten wir diese Spezies mittlerweile immer öfter auch auf Fahrrädern und während der Ampelphasen – oder noch schlimmer auf Autobahnen – auch hinterm Steuer von Fahrzeugen.  

Auf sein Verhalten angesprochen reagiert der Smombie oft sehr aggressiv: Wildes Gestikulieren und unschöne Worte können da fallen, besonders auffällig ist aber sein absolutes Ignorieren anderer Verkehrsteilnehmer. Denn er fühlt sich oft im Recht: Nicht er, sondern alle anderen müssen auf ihn aufpassen und sollte mal ein kleines Unglück geschehen, wird nicht sein dummes Verhalten, sondern die Reaktion der anderen Beteiligten hinterfragt.

Dass Smombies eine Hürde für das Autonome Fahren bilden könnten, zeigte sich auch jüngst bei zwei Vorfällen der Wiener Linien: In der Seestadt Aspern sind ja 2 autonome Minibusse (und damit auch wirklich nichts passiert, sogar mit Instruktoren) unterwegs. Bereits wieder, denn ein Zwischenfall mit einer jungen Frau, die laut Medienberichten mit aufgesetzten Kopfhörern, ihren Blick auf ihr Smartphone gerichtet, einen Minibus streifte und leicht verletzt wurde, stoppte dieses vielversprechende Projekt zwischendurch. Wobei hier – auch wenn das manche vielleicht nicht hören wollen und sich der von Zeugen geschilderte Unfallhergang bewahrheitet – die Schuld, wie sich belegen ließ, bei der Passantin lag.

Kurz darauf führte ähnliches Verhalten eines – ebenso mit Blick auf das Smartphone und Kopfhörern auf den Ohren über die Fahrbahn am Keplerplatz marschierenden – Jugendlichen, der erst durch die Vollbremsung des Linienbusses an der Kreuzung Keplergasse/Columbusgasse aufmerksam wurde, dazu, dass eine – durch die Wucht der Vollbremsung durch den Bus gewirbelte – 4-jährige Buspassagierin am Kopf verletzt wurde.  

Vielleicht bedarf es klarer neuer gesetzlicher Regelungen, die den ständigen Blick auf's Handy zügeln und derartiges Verhalten auch mit entsprechenden Konsequenzen ahnden. •