Noch von der jüngsten Insolvenz im Jänner 2018 der namentlich seit 58 Jahren bestehenden Kfz-Teilehandels- und Kfz-Servicekette Forstinger Österreich GmbH gezeichnet, gibt die Geschäftsleitung ihren treu gebliebenen Lieferanten unverhohlen Teilschuld an der verzögerten Rückkehr zu positiven operativen Ergebnisentwicklung. Tatsächlich haben Lieferanten Zahlungsziele und Konditionen der Realität angepasst, wodurch Margenreduktionen und Liquiditätsengpässe entstanden seien.
Im Berichtszeitraum wurden 17 Filialen geschlossen – der Prozess ist noch nicht abgeschlossen – und der Jahresumsatz schmolz auf 95 Mio. €. Die Liquidität sei im Plan, lasse aufgrund der knappen Zahlungsziele aber wenig Spielraum für Umsatzschwankungen und Einkaufsverhandlungen. Die Finanz- und Vermögenslage gilt als angespannt.
Für den weiteren Verlauf des Wirtschaftsjahres plant die Geschäftsführung 95 Mio. € Umsatz bei einem EBITDA von 1 bis 2 Mio. €. Hilfreich, so der versteckte Appell an die Lieferanten, wären Boni-Zahlungen und längere Zahlungsziele, um umsatzschwächere Monate finanziell besser ausgleichen zu können. Die Zukunft der Gesellschaft und damit „die Möglichkeit die beiden Folgequoten von je 7 % in den kommenden Jahren aus eigener Kraft“ bedienen zu können, hängt von der Erreichbarkeit der der Sanierung zugrunde liegenden Umsatz- und Ertragsentwicklung ab.
Trotz widrigem Marktumfeld benötigt Forstinger zwecks Liquiditätssicherung die Zuführung ausreichender Betriebsmittel, um nicht alleine auf die Kooperationsbereitschaft seiner Lieferanten angewiesen zu sein. Der Autofachmarkt (Eigendefinition) hat nach dem Generalverzicht gegenüber den Voreigentümern zwar keine Bankschulden mehr, leidet aber offensichtlich an Kreditwürdigkeit, interpretieren Beteiligte den Lagebericht. Die ebenfalls am operativen Firmensitz in Traismauer angesiedelte Alleingesellschafterin Forstinger International GmbH hat den Bilanzverlust auf neue Rechnung vorgetragen und der Geschäftsführung – Dipl.-Ing. (ETH) Martin Schmid Schmidsfelden, Andreas Prödiger und Dipl.-Ing. (FH) Günter Handler – die Entlastung erteilt. •
