Märkte werden zusammengelegt, der Effizienzsteigerung bedingungslos Wort und Tat gegeben. Auf der Strecke bleiben ungezählte Arbeitsplätze und damit verbunden steter Kaufkraftverlust. Ein Traditionswerk (soeben Bosch Mahle) nach dem anderen siedelt ab und flüchtet in Billiglohnländer. Die lokal orientierten Vertriebsmechanismen bleiben aber, auf Wachstum getrimmt, aufrecht. Immer weniger Mitarbeiter müssen immer mehr Kundenzufriedenheit schaffen. In aller Betrachtung steht vordergründig der Kundennutzen, hintergründig einzig allein der Firmennutzen. Wen interessiert da schon die wissenschaftlich erhobene Zahl „50 Mio. Fahrzeugrückrufe 2016“ durch die Hersteller. Optimierung mit 75 % Fremdfertigungsanteil pflegt seine eigene Wahrheit. Beim Sharing, die anders ausgedrückte Form der Fahrzeugvermietung, ist das auch völlig egal, ob das Auto in die Werkstatt muss oder nicht. Das Geschäfte befruchtende Besitzerinteresse wird zurückgedrängt.

 

Näher an der Wahrheit ist, wer zur Erkenntnis kommt, dass die Gegenwart und ihre Menschen viel mehr Vorsicht und Aufmerksamkeit erfordern als das bislang der Fall war. Anpassung wird vom Talent zur Wissenschaft. Zum Umgang mit der Zukunft gehört jede Menge selbstkritische Eigenbeobachtung, intensives Studium der Menschen und noch mehr Lernbereitschaft. Die immer weniger werdenden Dienstleistungsmanager müssen, welche App sie auch immer anwenden, Experten für Konsumentenwünsche werden.

 

Und das ist eine Aufgabe, die sich gewaschen hat. Im organisch längst nicht mehr wachsenden Markt ist bezüglich Zukunftsbewältigung zunächst die Frage zu klären, wie der Umgang mit unseren Kunden erfolgen kann. Bis zu 16 Kundenunterschriften pro Fahrzeugverkauf stehen diesem Denken diametral gegenüber. Ein Riesenunternehmen ist eigentlich zu groß, um menschlich zu sein. Sind wir auf der Hut vor den Riesen und jenen, die sich durch Optimierung zu Riesen füttern. Sie haben den Erfolgsfaktor Menschlichkeit nicht wirklich auf ihrer Menükarte.

 

Das Internet ist nicht wirklich nett zur Wirtschaft und führt flächendeckend zur großen Überforderung. Die Unannehmlichkeiten werden größer. Mit US-Präsident Donald Trump mischt sich auch die Politik ein und findet in dieser Tonart rasch Unterstützer in anderen Ländern. Ich bin gespannt, welcher heimische Politiker als Erster im Land den Satz „Austria First“ öffentlich formulieren wird. •